Austausch

Die regionale Wertschöpfung stärken

Aiwanger-Besuch_b
Lorenz Märtl, Philipp Seitz
am Freitag, 14.05.2021 - 10:02

Als drittgrößter Wirtschaftsbereich Bayerns hat die Landwirtschaft eine enorme Bedeutung. Doch einheimische Erzeuger geraten immer mehr unter Druck.

Ebermannsdorf/Lks. Amberg-Sulzbach Für „Systeme, in denen die heimische Landwirtschaft auf Dauer Perspektiven zur regionalen Wertschöpfung hat“, sprach sich Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger bei einem Treffen mit Landwirten, Vertretern landwirtschaftlicher Organisationen und dem Mittelstand auf dem Hof von Georg Straller in Ipflheim, Gemeinde Ebermannsdorf, aus. Aiwanger verwies darauf, dass die Landwirtschaft als drittgrößter Wirtschaftsbereich Bayerns eine enorme Bedeutung habe. Aber angesichts von Billigimporten, Dumpingpreisen sowie ständig neuen Gesetzen und Vorschriften geraten einheimische Erzeuger immer mehr unter Druck, fühlen sich abgehängt und stehen, wie es Helmut Graf vom BDM formulierte, „am Scheideweg“.

Für Georg Straller ist klar: „So kann es nicht weitergehen.“ Er machte deutlich: „Wir haben uns durch den Globalisierungswahn zu sehr abhängig gemacht von anderen Ländern, was uns jetzt auf die Füße fällt.“ Aber gerade in Zeiten unsicherer Weltmärkte sei eine sichere heimische Lebensmittelversorgung lebenswichtig.

Heimische Lebensmittel sind unentbehrlich

Straller betonte, dass vor Ort hochwertige und regionale Produkte erzeugt werden. Die Landwirtschaft vor Ort garantiere die Versorgungssicherheit. Der Betrieb von Straller befindet sich, wie er betont, nachweislich seit fast vier Jahrhunderten in Familienbesitz. Der 57-jährige Agrarbetriebswirt sieht gerade den Familienbetrieb als „Garant für Lebensmittel- und Versorgungssicherheit“. Im Schweinemastbetrieb fest eingebunden ist der 23-jährige Sohn Andreas, der sich gerade in der Endphase des Meisters befindet, und später einmal den Betrieb übernehmen wird.
Doch die vergangenen Monate stellten Georg Straller vor Herausforderungen: Im Februar 2020 war der Schweinemaststall abgebrannt. Straller baute den Schweinemaststall nach modernsten Gesichtspunkten wieder neu auf. Dieser umfasst 1200 Mastplätze nach Tierwohl-Kriterien, erklärte er beim Ortstermin. Wichtig ist Straller auch eine gentechnikfreie Fütterung. Er setze auf eine regionale und nachhaltige Futterkette mit Donau-Soja und Rapsschrot.

Das postete Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger auf seiner Facebookseite zum Besuch:

Mehr Transparenz auf den Märkten gefordert

Den Tenor der Diskussion brachte als Gast in der Oberpfälzer Runde Alfons Wolff, der Bundessprecher der Freien Bauern, auf den Punkt: „Wir brauchen nicht mehr Zentralismus, sondern mehr Eigenverantwortung.“ Es sei an der Zeit die Bevormundung der bäuerlichen Betriebe abzubauen.
Wenn das Mercosur-Abkommen andere Standards erlaube, dann sei dies auch eine Frage des Verbraucherschutzes. „Märkte müssen transparent sein, mit Vorschriften, die für alle gleich sind“, unterstrich Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger.