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Arbeitsorganisation

Sich regelmäßig Pausen gönnen

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Externer Autor
am Donnerstag, 09.04.2020 - 09:38

Klinikseelsorger Josef Epp beim großen Vilsheimer Landfrauentag.

Vilsheim/Lks. Landshut Der Zwoagsang „Roswitha und Monika“ übernahm die Einstimmung auf den Vilsheimer Landfrauentag im Gasthaus Stadler. Kreisbäuerin Angelika Graf konnte dazu zahlreiche Ehrengäste, Bäuerinnen und Landfrauen begrüßen. Sie bedankte sich bei Vorstandsmitglied Irmi Duller, die mit ihrem Team für die Vorbereitungen zu dieser Veranstaltung verantwortlich war. „Wir haben viele Aufgaben zu bewältigen. Deshalb sollten wir öfter einmal eine Pause machen und an uns denken. Ich wünsche uns allen einen interessanten und geselligen Nachmittag“, rief sie dem Publikum zu.

Projektwochen können erst der Anfang sein

„Wir sind froh, dass wir Sie haben“, stellte der stellvertretende Landrat Alfons Satzl bei den Grußworten fest und drückte seine Anerkennung und Wertschätzung aus. Er freute sich auf den Landfrauentag als besonderen Tag mit sehr guten Referenten. Dem stimmte auch Bürgermeister Georg Spornraft-Penker zu: „Die Landfrauen sind sehr aktiv und verdienen Respekt für ihr Engagement.“
Bezirksbäuerin Irene Waas appellierte an die Zuhörer, ihre Region – egal ob Familie, Dorf, Landkreis, Regierungsbezirk oder Bundesland – selbst zu gestalten, wobei verstärkt ein demokratischer Umgang miteinander gepflegt werden sollte. In diesem Zusammenhang berichtete sie über die Forderung der Landfrauen nach einem Schulfach Alltagskompetenzen. „Die Umsetzung ist nicht leicht, doch mit der Projektwoche ist nun ein Anfang gemacht, auch wenn es noch besser werden muss“, so Waas, die die Bäuerinnen aufrief, ihre Höfe für den Besuch der Schulklassen zu öffnen.

Viele bedrückende Dinge

„Viele Dinge bedrücken uns. Die Landwirtschaft wird an allen Ecken und Enden gefordert“, so Kreisobmann Georg Sachsenhauser, der unter anderem Dünge-Verordnung und Süd-Ost-Link aufzählte. „Die BBV-Trasse wurde bei Tennet nicht einmal an die Bundesnetzagentur gemeldet“, beklagte er die Versäumnisse. „Aufgrund der gesellschaftlichen Ansprüche befinden wir uns in Zeiten der Veränderungen“, erklärte Reinhard Menzel, Leiter vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Landshut. Er forderte dazu auf, den Wandel so zu gestalten, dass die Betriebe eine Zukunft haben und sagte seitens des Amtes Unterstützung in Form von Beratung, Aus- und Weiterbildung zu.

„Mich schützen und stärken – dem Stress wirkungsvoll begegnen“. So lautete das Thema von Josef Epp, Buchautor und Klinikseelsorger der Kreisklinik in Ottobeuren. „Stress entsteht im Kopf und ist lebensnotwendig, denn auf diese Weise werden wir immer wieder körperlich, geistig und sozial gefordert“, stellte er eingangs fest und betonte gleichzeitig, dass nach einer Phase der Anspannung auch immer wieder eine Phase des Wohlergehens und der Entspannung, z. B. durch Schlaf, kommen muss. Wenn das nicht geschieht, kann Stress zu viele Erkrankungen, vor allem psychischer Art, führen.

Es muss nicht alles perfekt gemacht werden

Neben dem Stress von außen gibt es den Stress, den man sich selber macht, beispielsweise wenn jemand meint, es allen recht oder alles perfekt machen zu müssen. „Hier hilft ein starkes Selbstwertgefühl“, so Epp, der hinzufügte, dass es besser ist, dem Stress vorzubeugen, als ihn zu therapieren. „Deshalb heißt es, wieder achtsamer für Lebensqualität zu sein“ , empfahl er den Frauen. Dazu gehören aus seiner Sicht ein lebensfreundlicher Rhythmus und ein sorgsamer Umgang mit der Zeit mit regelmäßigen Pausen. Hinzu kommen Schutzfaktoren für die Seele, wie Bindungs- und Beziehungspflege mit Menschen des Vertrauens. Darüber hinaus spielen Düfte und der Geschmack eine große Rolle. „Gönnen sie sich öfter etwas Schönes – egal ob riechen, schmecken oder hören“, gab Josef Epp den Landfrauen als guten Rat. Helga Gebendorfer