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Beeindruckendes Projekt in Mühlhausen

Ein Preis für hervorragende Zusammenarbeit

Für ihre Zusammenarbeit ausgezeichnet wurden (v.l.) Landwirt Konrad Sigl, Pia Waldhauser vom ALE Niederbayern,  Landwirt Otto Widmann, bodenständig-Umsetzungsbegleiter Felix Schmitt und Flächenbesitzer Konrad Dichtl.
Mia Goller
am Dienstag, 22.11.2022 - 08:15

Eine Gruppe aus Kelheim erhält den mit 2000 Euro dotierten boden:ständig-Preis.

Mühlhausen/Lks. Kelheim Lohn für beispielhafte Zusammenarbeit: Die Arbeitsgruppe boden:ständig der Teilnehmergemeinschaft Mühlhausen, wurde im Landwirtschaftsministerium in München ausgezeichnet. Die Gruppe kann sich über den mit 2000 € dotierten boden:ständig Preis 2022 freuen, der heuer an die Projekte mit der besten Zusammenarbeit ging.

„Wir freuen uns natürlich sehr über den Preis. Uns war es immer wichtig, zusammen unsere Probleme zu lösen und dabei möglichst wenig Fläche aus der landwirtschaftlichen Produktion herauszunehmen. Dass diese Arbeit mit boden:ständig jetzt mit einer solchen Auszeichnung anerkannt wird, ist ein großer Ansporn“, sagte Flächenbesitzer Konrad Dichtl bei der Feierstunde.

Vorbild in schwierigem Gebiet

Wie beeindruckend das Projekt in Mühlhausen ist, brachte Norbert Bäuml von der Ländlichen Entwicklung im Staatsministerium in seiner Laudatio im Landwirtschaftsministerium zum Ausdruck: „Sie haben eine Vorbildfunktion in einem schwierigen Gebiet eingenommen.“ Er erinnerte an die Anfänge der Zusammenarbeit. Starkregenereignisse hatten im hoch erosionsanfälligen Lößhügelland der Hallertau immer wieder für Schlamm im Dorf gesorgt. Daher hatten engagierte Menschen und Behörden begonnen, in der umgebenden Flur systematisch Rückhaltestrukturen anzulegen. Bäuml: „Im Miteinander ist es Ihnen gelungen, die dafür notwendigen Flächen zur Verfügung zu stellen. Die Landwirte ergänzen die technischen Maßnahmen, indem sie die Bodenbewirtschaftung ihrer Hopfen- und Spargelflächen so umstellen, dass mehr Wasser direkt versickern kann. Zu Recht sind die Mühlhausener stolz auf das bisher gemeinsam erreichte.“

Geplant wurde bei der Teilnehmergemeinschaft in Mühlhausen von Anfang an gemeinsam. Der boden:ständig-Fachplaner und Umsetzungsbegleiter Felix Schmitt unterstützte mit Fachexpertise und Modellierungen, betont aber: „Die Lösungsvorschläge kamen von allen. Nicht alle waren umsetzbar, aber es waren sehr gute Vorschläge darunter. Bei Vorort-Terminen wurde daran gefeilt und dann haben wir die besten Vorschläge umgesetzt“.

Muldensystem als Sickerbecken

Nach Umsetzung einiger komplexer Baumaßnahmen in den Einzugsgebieten ist der Ort im Osten von allen Seiten her weitestgehend geschützt. Es entstand ein Muldensystem mit Rückhaltestruktur als Sickerbecken im Süden. In einem Rückhaltebecken im Süd-Osten können 1000m³ Wasser gestaut werden. Dazu gehört auch eine kreative Gestaltung des Zuflusses in Form eines Wasserfalls mit Tosbecken, um das Wasser in das neue Becken zu leiten. Mit einer Weghöherlegung wurde ein Rückhalt geschaffen, indem bei Starkregen 3000 m³ Wasser in einem Hopfengarten laufen können.