Bioenergie

Pionierleistung beim Silphie-Anbau

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Markus Bauer
am Dienstag, 28.07.2020 - 10:27

Die Energiepflanze gewinnt in der Oberpfälzer Landwirtschaft an Bedeutung.

Die Bedeutung von Energiepflanzen vermittelten die Statements bei einem Ortstermin an einem blühenden Feld von Landwirt Franz Habenschaden in Lorenzen (Markt Lappersdorf). Der Fachverband Biogas, das Unternehmen Schmack Biogas Service und die Rewag stellten den Wert der Energiepflanze Durchwachsene Silphie für den Arten- und Bodenschutz vor. Aber auch Vertreter der Landwirtschaft, der Imkerei und der Jagd kamen zu Wort.

Erosionsschutz und Insektenvielfalt

Auf die seit 2012 bestehende Zusammenarbeit mit der Firma Schmack Biogas Service ging Landwirt Habenschaden ebenso in seiner Stellungnahme ein, wie auf die Struktur seines Betriebs und die spezifischen Faktoren, auf einem Feld die Energiepflanze Silphie anzubauen. Besonders hob er den Erosionsschutz hervor, aber auch die inzwischen dort aktiven Insekten und die Nutzung aller Pflanzenteile. Zudem sei die Arbeit mit der „Silphie“ mit weniger Aufwand verbunden, auch wenn der Ertrag etwa im Vergleich zum Mais etwas geringer ausfalle. Auch habe er bisher „keine Pilz- oder tierischen Schädlinge“ festgestellt und auch die Bürger würden das Feld und die darauf wachsenden Pflanzen akzeptieren. „Es ist das beste Feld im ganzen Wasserschutzgebiet“, fasste Habenschaden zusammen. Doch er ist natürlich auf die Abnahme durch die Biogasanlage in Schwabelweis angewiesen, da die Silphie als Kuhfutter ungeeignet ist. Weniger ideal sei sie auch für die Fruchtfolge.
Auf das große Netzwerk, in dem die Landwirtschaft „ein vernünftiger Partner“ sei, verwies Landrätin Tanja Schweiger in ihrem Grußwort. Erfreut zeigte sie sich über die Alternative für den Mais, wegen dem die Landwirtschaft bisweilen in die Kritik geraten war. Auch die Landkreischefin nannte die Aspekte Grundwasserschutz, Bodenerosion, Artenschutz und Biodiversität, aber auch die Funktion von Feldern als Rückzugsraum für Niederwild. Dass die Silphie weitgehend ihrem natürlichen Wachstum überlassen werden könne, bewertete sie als großen Vorteil. Und ausdrücklich dankte sie allen, die bei diesen Themen an einem Strang ziehen.

Regionale Wertschöpfung durch Biogas

Die regionale Wertschöpfung durch die Verwertung in der nahen Biogasanlage sprach Dr. Torsten Briegel, Vorstandsvorsitzender der Regensburger Energie- und Wasserversorgung AG (REWAG) in seinem Grußwort an. Wichtig sei jedoch die gesellschaftliche Akzeptanz für Biogas, hier gäbe es sicher noch „Luft nach oben“.
„Die Silphie ist für uns eine attraktive Ergänzung zu herkömmlichen Energiepflanzen. Sie verbindet ökologische und ökonomische Vorteile in der Biogaserzeugung in besonderem Maße“, verdeutlichte Manuel Götz, der Geschäftsführer der Schmack Biogas Service GmbH, in seinem Statement. Ebenso nannte er den positiven Beitrag zur Biodiversität mit Blick auf Insekten, Vögel und Wildtieren.

Der „Vermaisungsgrad“ geht schon zurück

In seiner Funktion als Kreisobmann des BBV und als Vorsitzender der Liefergemeinschaft Bioenergie würdigte auch Johann Mayer die Pionierarbeit im Anbau von Energiepflanzen im Landkreis Regensburg. Auch er blickte auf den hohen Grad an „Vermaisung“ vor 20 Jahren zurück, der inzwischen jedoch zurückgehe und durch Alternativen wie die Silphie ersetzt werde. Auch für die Biogasanlagen sei die Vielfalt der zu verarbeitenden Pflanzen wichtig. Zur Sprache kamen beim Ortstermin auch die Vorteile für die Bienen. Nicht nur, weil die Silphie mit ihren gelben Blüten für die Bienen attraktiv ist, sie benötigt auch keine Insektizide.
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