Initiative

Ein Pionier des Zukunftswaldes

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Lorenz Märtl
am Montag, 09.08.2021 - 10:18

Waldbesitzer Andreas Schuster aus Winberg will einen klimatoleranten Wald erreichen. Ein Zukunftsplan wurde erstellt.

Winberg/Lks. Neumarkt i.d.Opf.Andreas Schuster aus Winberg ist ein Pionier des Zukunftswaldes im Landkreis Neumarkt. Im Rahmen eines Pilotprojekts der gleichnamigen Initiative wurde für seinen Betrieb von der eigens dafür beim AELF Neumarkt angestellten forstlichen Fachkraft Volker Labudda der erste „Waldzukunftsplan“ erstellt. Gut ein Jahr nach der Vorstellung des Werks, das detailliert aufzeigt, wie sich Schusters rund 40 Hektar Wald in Zukunft entwickeln soll, konnten nun die ersten umgesetzten Maßnahmen vor Ort in Augenschein genommen werden.

Dabei zeigten sich sowohl Leitender Forstdirektor Harald Gebhardt, Volker Labudda und der Geschäftsführer der WBV Berching-Neumarkt, Daniel Rübens, beeindruckt, wie Waldbauer Schuster das gesteckte Ziel des klimatoleranten Waldes und den Erhalt der Waldvielfalt angeht, um den Herausforderungen des Klimawandels gerecht zu werden.

Gemeinschaftswerk für die Waldentwicklung

Was den Zukunftsplan betrifft, spricht Labudda von einem Gemeinschaftswerk, erstellt in enger Abstimmung mit Andreas Schuster und dem zuständigen Revierförster. Dabei musste besonders die äußerst komplizierte Geologie des Gebietes berücksichtigt werden, deren unterschiedlich wechselnde Schichten vorgeben, welche Baumarten auf Dauer bestehen können.
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Sehr deutlich hatte sich gezeigt, dass die Bodenverhältnisse für einen reinen Fichtenwald, der hier in den 60er Jahren von Schusters Vater auf einer Ausgleichsfläche am ursprünglichen Waldrand aufgeforstet wurde, nicht passend waren. Stürme, Schneebruch und der Borkenkäfer haben im Lauf der Jahre deutliche Spuren hinterlassen. Die Fichten sind bis auf kleine Bereiche verschwunden. Aber auch die werden auf Dauer nicht mehr zu halten sein. Aktuell musste bereits wieder der Harvester zum Einsatz kommen, um vom Borkenkäfer befallenes Holz zu fällen.

Dort, wo einst dicht an dicht die Fichten standen, zeigen sich bereits vielversprechende Ansätze des geplanten Zukunftswaldes, in dem Laubbäume überwiegen. Damit sich die jungen Forstpflanzen unbeschadet entwickeln können, sind Einzäunungen und Einzelschutz unerlässlich, nachdem sich das Wild von Kulturen mit jungen erreichbaren Trieben und wechselnder Baumartenzusammensetzung angesprochen fühlt, es aber neben Verbiss- auch Fege- und Schälschäden sind, die der neuen Waldgeneration gefährlich werden können.

Der Wechsel zwischen fester Einzäunung und Einzelschutz lässt aber den Durchgang zu den offenen Flächen für das Wild frei.

Bunte Mischung stärkt bereits den Waldbestand

Im Zukunftswald wachsen Eichen, Winterbuchen und Spitzahorn aus Naturverjüngung vor Ort sowie Winterlinden, Hainbuchen, Wildbirnen, Baumhasel, Wilder Apfel und Speierling aus Baumschulen bezogen.
Volker Labudda hat zwischenzeitlich bereits zehn Waldzukunftspläne erstellt und Forstdirektor Gebhardt würde sein fachliches Wissen gerne weiter genutzt sehen, aber das auf zwei Jahre ausgelegte Pilotprojekt geht jetzt leider zu Ende.