Kas und Milli

Der Paulbauernhof ist offen für Neues

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Karin Kleinert
am Donnerstag, 22.04.2021 - 17:59

Die Erzeugung von Biomilch ist das Hauptstandbein. Daneben gibt es einen Hofladen mit eigener Käserei, einen Wohnmobilstellplatz und Ferienwohnungen. Seit kurzem sind die Jungbauern Johann Heinz und Christina Frangen auch beim „Waginger See Kas“ dabei.

Der Paulbauernhof in Gausburg, Gemeinde Saaldorf-Surheim, ist ein ökologisch wirtschaftender Milchviehbetrieb. Neben der Erzeugung von Biomilch, dem Hauptstandbein, gibt es seit zwanzig Jahren einen Hofladen mit eigener Käserei, einen Wohnmobilstellplatz und Ferienwohnungen. Über die Jungbäuerin, die als Sennerin auf einer Alm gearbeitet hat, wurde vor ein paar Jahren sogar ein Film gedreht. Seit kurzem sind die Jungbauern Johann Heinz und Christina Frangen, die für Neues offen und aufgeschlossen sind, auch beim „Waginger See Kas“ dabei.

Christina mit Käselaib IMG_7861

Das Projekt „Waginger See Kas“ wurde 2015 von der Ökomodellregion Waginger See – Rupertiwinkel ins Leben gerufen. Im Fokus steht handwerklich hergestellter Biokäse, der in kleinen Hofkäsereien oder von einer mobilen Käserei direkt beim Landwirt hergestellt wird. Neben dem Paulbauernhof sind unter anderem die Ziegenkäsebetriebe von Monika Obermeier in Fridolfing und von Maria Frisch in Wonneberg beteiligt sowie die mobile Käserei Chiemgau von Stephan Scholz mit acht Milchviehbetrieben aus der Ökomodellregion, darunter auch ein Milchschafbetrieb. Der Tourismusverband Waginger See unterstützt es als Dachmarke für Biokäse aus der Ökomodellregion mit Werbung und Marketingaktionen.

Bauernkäse nach Tilsiter Art

Jungbäuerin Christina stellt Bauernkäse nach Tilsiter Art her, Gouda, Rotschmierkäse, Bergkäse, würzigen Morbier mit der typischen dünnen Holzascheschicht, Camembert und mit Kräutern verfeinerten Frischkäse.

Bei den Kälbchen

Weil die Modellregion über vielfältige Netzwerke verfügt, erhofft sie sich vom „Waginger See Kas“-Projekt neue Absatzformate beispielsweise in der Hotellerie und Gastronomie. Der Hofladen wird durch die zusätzliche Werbung bereits schon besser frequentiert.

Christina erklärt, dass das Wichtigste beim Kasen die frische Milch sei, die sogenannte Morgenmilch. Diese verarbeitet sie zweimal pro Woche ohne Zusatz- und Konservierungsstoffe. Das Gros der Biomilch der rund vierzig Kühe geht an die Allgäuer Hofmilch. Der Landwirtschaftsmeister Johann Heinz jun. hat den Hof 2016 von seinen Eltern übernommen, im Jahr darauf wurde auf Bio umgestellt und dem Biokreis-Verband beigetreten. Im Zuge der Umstellung haben die Jungbauern einen modernen Außenklimastall errichtet und einen Melkroboter angeschafft. Es werden 35 Hektar bewirtschaftet, davon zwanzig Hektar als Grünland. Dort können die Tiere von März bis Mitte November den ganzen Tag auf der Weide sein. Auf zehn Hektar stehen Mais, Weizen und Triticale.

Einen Traum erfüllt

Die patente Jungbäuerin Christina stammt von einem familiengeführten Biohof mit Käserei und Hofladen in der Vulkaneifel. Sie hat Ökolandbau an der Uni Kassel studiert und ihren Bachelor gemacht. Gefunkt hat es zwischen ihr und Johann auf der Schapbach-Alm am Fuße des Watzmanns, wo der Paulbauer während des Sommers einen Teil seines Jungviehs grasen lässt. Dort hat Christina sich einen Traum erfüllt und als Sennerin gearbeitet. Zuerst war sie für einen Sommer als Jungsennerin auf der Fischunkelalm, dann zwei Sommer auf der Schapbach-Alm.

Sogar einen Film hat der SWR über sie gedreht: unter dem Stichwort „Christinas Alm Traum – eine Eifelbäuerin am Königssee“ kann man sich den schönen Beitrag auf Youtube auch jetzt noch jederzeit ansehen.