Ernährung

Öle: Nicht nur für Pfanne und Salat

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Anett Bauer
am Montag, 30.11.2020 - 09:08

Engagierte Ernährungsfachfrauen machen gute heimische Öle zum Thema.

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„Erdig“, „kernig“, „brotig“, „frisch“, „fruchtig“ – bei derartigen Geschmacksbezeichnungen denkt man vielleicht erst einmal an Wein, denn gerade Weinkenner – oder Weintrinker, die sich für solche halten – finden immer wieder neue Charakterisierungen für edle Tropfen. Doch die genannten Eigenschaften haben mit dem Rebensaft nichts zu tun, sie stehen aber auf einer Bewertungsliste für Speiseöle, die in Bayern produziert werden. Unter dem Motto „Heimische Vielfalt – flüssiges Gold“ standen sie im Mittelpunkt einer Fortbildungsveranstaltung von Ernährungsfachfrauen aus Niederbayern, die noch vor dem Lockdown im Pfarrkirchner Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten durchgeführt wurde.
Hauswirtschaftsdirektorin Lidwina Kainz konnte Ernährungsfachfrauen aus der gesamten Region in den Räumen der Landwirtschaftsschule in Pfarrkirchen begrüßen. Ernährungsfachfrauen haben sich besonderes Wissen rund um Essen und Trinken angeeignet und ständig erweitert. In Vortragsveranstaltungen, beispielsweise in Schulen, wird dieses Wissen dann weitergegeben. Eingeladen waren aber auch weitere Multiplikatoren im Bereich der Ernährungsbildung.

Öl ist einer ältesten Lebensmittel

Kainz informierte in ihrem Referat zu den ernährungsphysiologischen Hintergründen der Öle, die nicht nur zu den ältesten Lebensmitteln der Menschheit gehören, sondern die auch sehr wichtig sind in der Ernährung, denn: „Der Mensch braucht Fett, es ist der wichtigste Energielieferant für unseren Körper“, so Kainz. Doch es sei immer auch eine Frage der Menge an Fett, die man dem Körper zuführt, auch hier gelte „All zu viel ist ungesund“. Die Pflanzenöle hätten aber entscheidende Vorteile für die gesunde Ernährung.
Kainz ging auf die verschiedenen Fette im Körper ein, erläuterte die Richtwerte und auch den Zusammenhang mit der Nahrung. So sei es beispielsweise nur bei 25 bis 30 Prozent der Patienten mit einer Stoffwechselstörung möglich, erhöhte Blutfettwerte mit einer Diät zu senken.

Große Vielfalt an Produkten aus der Natur

Aufklären konnte Kainz dann insbesondere zu den Herstellungsverfahren von Pflanzenölen, sie erklärte Begriffe wie „virgine“, „extra virgine“ oder „kaltgepresst“ oder „nativ“ und erläuterte, worauf man beim Kauf von Fetten für die Küche achten sollte – die Qualität sollte dabei ganz oben stehen, machte sie deutlich.
Und dann ging es auch schon an die „praktische Arbeit“: der „Alleskönner“ Rapsöl, das wohl allgemein bekannt ist, bildete den Anfang einer Verkostung, danach das aromatische Senföl, das in unseren Breiten fast unbekannt ist, ob wohl es deutlich weniger scharf ist als der Senf, das Öl aus Leindotter mit seinem nussig-herben Geschmack, das nicht mit dem Leinöl verwechselt werden sollte, welches wiederum aufgrund seiner besonderen gesundheitsfördernden Eigenschaften in den letzten Jahren einen echten „Aufschwung“ erlebt hat, Öle aus Sonnenblumen, Soja, Walnuss, Kürbis oder aus Hanf und nicht zuletzt das Traubenkernöl, auch „Flüssiges Gold“ genannt: die Vielfalt ist sehr groß.
Und deshalb gibt es auch nicht das „eine Öl“, sagte Kainz. „Es geht darum, wie bei allen Naturprodukten, durch Maß, Kombination und durch den richtigen Einsatz das Beste herauszuholen aus einem wertvollen Öl“.

Es lohnt sich, auf die Herkunft zu achten

Wichtig sei dabei immer auch die Herkunft, wie sie an verschiedenen Beispielen belegen konnte: in Bayern und Niederbayern gibt es regionale Ölproduzenten, die eine wirklich gute Qualität liefern können.
Wie man ein gutes Öl erkennt, das wurde dann auch in einer Verkostung deutlich, in deren Rahmen die Unterschiede zwischen den einzelnen Ölen deutlich gemacht wurden.Einen besonderen Hinweis gab es von Kainz noch am Ende ihres Vortrages: Mit der Vielfalt an heimischen Ölen gibt es auch die Möglichkeit, einen Beitrag zu leisten für die heimische Landwirtschaft, die Biodiversität und den Klimaschutz“.