Diskussion

Oberpfälzer Landwirtschaft spricht mit Kandidaten

Politik-Brunch_b
Lorenz Märtl
am Dienstag, 14.09.2021 - 13:55

In Pfaffenhofen machte der Bayerische Bauernverband auf aktuelle Probleme und Anliegen aufmerksam. Auch ein Forderungskatalog wurde vorgestellt.

Amberg Zumindest Susanne Hierl (CSU), Daisy Miranda (FW) und Susanne Witt (ÖDP) aus der Riege der Bundestagsdirektkandidaten im Wahlkreis Amberg-Neumarkt wissen nun aus erster Hand, welche Stimmung in der heimischen Landwirtschaft herrscht. Sie hatten die Einladung der BBV-Kreisverbände Amberg und Neumarkt zum „Politikerbrunch auf Bayerisch“ in die Gaststätte Gehr nach Pfaffenhofen, an der Grenze zwischen den beiden Landkreisen, angenommen. Die ebenfalls eingeladenen Kandidaten der anderen Parteien hatten sich entschuldigt.

Grund und Boden als Wirtschaftsgrundlage

Im Mittelpunkt des Austauschs, den abwechselnd die Kreisobmänner Peter Beer, Amberg-Sulzbach, und Michael Gruber, Neumarkt, moderierten („Wir wollen sie einnorden in die Interessen der Landwirtschaft“), standen sowohl der umfangreiche Forderungskatalog des Bayerischen Bauernverbandes für die Bundestagswahl als auch die Vorstellungen der Landfrauen, die von den Kreisbäuerinnen Brigitte Trummer, Sieglinde Hollweck und ihrer Stellvertreterin Rita Götz vertreten wurden.

Den Landfrauen geht es vor allem darum, dass es bei den zukünftigen Weichenstellungen in der Agrarpolitik gelingen muss, die sozio-ökonomische und psychosoziale Lage für Familien zu verbessern und Hofnachfolgen zu sichern. „Frauen müssen in der Landwirtschaft auf Augenhöhe agieren können.“
Ganz wichtig sei es, Grund und Boden als Bewirtschaftungsgrundlage zu sichern und Versorgungssicherheit zu gewährleisten. „Bauernland muss in Bauernhand bleiben und dazu gehört es auch, den Flächenfraß zu stoppen“, sagte Gruber und war sich mit Beer einig, „dass die von der Gesellschaft geforderten ökologischen Leistungen eine wirtschaftliche Basis brauchen und daher die hohe Einkommenswirksamkeit der Direktzahlungen erhalten bleiben muss“.
Für die Kandidatin der Freien Wähler, Daisy Miranda, ist es ein wichtiges Anliegen, „dass der sehr ländlich geprägte Wahlkreis erhalten bleibt“. Und dieser lebensfähige ländliche Raum brauche eine nachhaltige Forst- und Landwirtschaft. Als eines ihrer Ziele formulierte sie den Abbau der ständig wachsenden Bürokratie. Damit wäre schon vielen Bauern geholfen.

Die Gesellschaft muss mitgenommen werden

Susanne Hierl (CSU) bezeichnete sich in Sachen Landwirtschaft als „interessierter Laie“. Sie sprach sich für Nachhaltigkeit aus, die sowohl die ökologische als auch die ökonomische und soziale Komponente im Blick habe. Die Politik könne zwar nicht alles regeln, „aber wir brauchen vernünftige Rahmenbedingungen, müssen dabei aber die ganze Gesellschaft mitnehmen“. Susanne Witt (ÖDP) äußerte sich zur Tierhaltung und sprach sich dafür aus, diese an die Fläche zu binden.
Der stellvertretende Amberg-Sulzbacher Kreisobmann Robert Pirner brachte die Meinung der Landwirte dann auf den Punkt: „Mehrwert und Wertschätzung wären uns lieber als Prämien.“ Lorenz Märtl