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Forschung

Nitratbelastung im Blick

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Rudolf Hirsch
am Dienstag, 03.11.2020 - 07:32

Welche Zwischenfrüchte den Stickstoff am besten im Boden halten und ein Ausschwemmen ins Grundwasser verhindern.

Sebastian Prüfling studiert Agrarwissenschaften an der Hochschule Triesdorf und schreibt gerade seine Bachelorarbeit. Dazu hat er auf einem Acker seiner Eltern in Untersteinbach (Stadt Pfreimd) 96 Parzellen angelegt und will in einer wissenschaftlichen Studie zeigen, welche Zwischenfrüchte den Stickstoff am besten im Boden halten und ein Ausschwemmen ins Grundwasser verhindern.

So sieht die Versuchsreihe in der Bachelorarbeit aus

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Der 23-jährige angehende Landwirt fühlt sich dem Grundwasser- und Gewässerschutz verpflichtet und will den Berufskollegen Lösungen anbieten. Sebastian Prüfling sät in mehreren Versuchsreihen Senf, Buchweizen, Zottelwicke und diverse Pflanzenmischungen aus und ermittelt in den Bodenproben den Stickstoffgehalt.

„Wir hatten ein Problem mit dem Nitratgehalt im Boden“, erklärt der Agrarstudent bei einem Ortstermin des Bayerischen Bauernverbandes. Daraus sei die Idee für eine Versuchsreihe entstanden. In den Zwischenfrüchten sieht er einen weiteren Nutzen, denn: „Sie fördern den Humusaufbau und die Artenvielfalt und vermindern die Bodenerosion.“ Die Pflanzen wird Prüfling später einpflügen.

Der Student sieht die Landwirtschaft in der Pflicht, trage sie doch auch zur Belastung der Gewässer bei. Hoher Nitratgehalt fördere die Algenbildung und führe zu Sauerstoffmangel in den Flüssen und Seen. Eine zu hohe Nitratkonzentration im Grundwasser gefährde zudem die Gesundheit von Mensch und Tier, sagt Prüfling. Deshalb will er den Landwirten Lösungsansätze bieten, die ein Auswaschen des Nitrats aus dem Boden verringern. Mit den Ergebnissen seiner Bachelorarbeit will er Vorschläge machen.

BBV-Kreisobmann Josef Irlbacher hält die Nitrat-Problematik im Landkreis Schwandorf zwar eher für marginal: „Sie spielt bei uns nur punktuell eine Rolle.“ Dennoch hält er Prüflings Versuchsaufbau präventiv für sinnvoll, betonte der Kreisobmann.