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Waldbau

Niedrige Holzpreise durch die Bank

Waldbesitzerverband
Markus Bauer
am Dienstag, 28.04.2020 - 09:43

Der WBV Schierling zieht bei Jahreshauptversammlung eine wenig erfreuliche Bilanz.

Schierling/Lks. Regensburg Weit über 200 Waldbauern, dazu zahlreiche Ehrengäste, wohnten der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Waldbesitzervereins (WBV) Schierling w. V bei. Die Versammlung fand vor den durch die Coronakrise bedingten Einschränkungen statt.
Den Tätigkeits- und Geschäftsbericht teilten sich wie gewohnt 1. Vorsitzender Georg Blümel und 2. Vorsitzender Josef Englbrecht. 90 Termine nahm die Vorstandschaft wahr, darunter einen Waldbegang mit MdB Peter Aumer, ein Treffen zum Thema Pflanzenkohle im Bayerischen Wirtschaftsministerium und die Teilnahme an der Großdemo in Mainz. In Ergoldsbach wurde ein neuer Holzlagerplatz angelegt, dazu wurden zwei Motorsägekurse angeboten. Mit einigen Eckdaten ging Blümel auf den im Jahr 2015 begonnenen Bau des neuen in Holzbauweise errichteten WBV-Bürogebäudes ein, das im Mai eingeweiht werden sollte.

Fallende Preise bei fast allen Holzarten

„Die Holzerlöse waren auf einem historischen Tiefstand. Bei der Käfersituation gab es zwar eine Entspannung, aber es war viel Schadholz im Wald.“ Diese Kernaussagen stellte Englbrecht an den Beginn seines Berichts, um dann die Entwicklung in den einzelnen Monaten bzw. Jahreszeiten genauer darzustellen. Besonders erwähnte er den Fall des Holzpreises, bei dem es fast keine Unterscheidungen nach Holzarten gegeben habe. Der Vize-Vorsitzende erwähnte die Förderung der insektizidfreien Borkenkäferbekämpfung und fasste zusammen, dass der Holzpreis „kein Anreiz zum Holzmachen“ gewesen sei. Die 2195 WBV-Mitglieder bringen 12 244 ha Holz ein, 707 Mitglieder vermarkten über die WBV, die zudem in 37 Waldpflegeverträgen 327 ha Forstfläche bearbeitet. Die vermarktete Holzmenge betrug 60 021 Einheiten – erneut ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Das Gros davon macht das Nadelholz aus – und hier vor allem die Fixlängen. Das Meiste wurde an Sägereien in der Nähe abgegeben. Für die Wiederaufforstung konnte die WBV Schierling 171 745 Pflanzen vermitteln, 74 % davon Nadelholz. Bei 194 Harvestereinsätzen wurden 14 561 fm Holz gemacht, rund 36 % der vermarkteten Holzmenge. Einen respektablen Gewinn konnte schließlich Rechnungsführerin Elisabeth Englbrecht melden.
Das am Landwirtschaftsamt Abensberg laufende Projekt „Initiative Zukunftswald“ stellte Projektleiterin Anne-Katharina Mahle vor. Forstdirektor Klaus Stögbauer vom Amt Straubing gab einen Überblick über die Waldschäden und Tipps für den klimaangepassten Waldumbau bzw. neue Wege in der Waldbegründung. Zudem informierte er über die neuen waldbaulichen Förderrichtlinien.

Auf die WBV kommen mehr Aufgaben zu

Im Hauptreferat sprach der Leitende Ministerialrat Urban Treutlein, Referatsleiter Privat- und Körperschaftswald im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, zum Thema „Aktuelle Herausforderungen der Waldbewirtschaftung mit Unterstützung des Staates“. Auch er stieg mit einer Bestandsaufnahme der aktuellen Schadsituation für Deutschland und Bayern (Prognose für 2020) ein, wobei das Sturmtief Sabine „weniger als befürchtet“ Schaden angerichtet habe. Im zweiten Punkt schilderte er die bundespolitischen Entwicklungen seit Frühjahr 2019 hinsichtlich der Förderung und stellte die Eckpunkte des neuen Waldförderprogramms vor.