Umnutzung

Neue Nutzung für ehemaligen Bayern-Ei-Standort

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Melanie Bäumel-Schachtner
am Montag, 04.01.2021 - 08:46

In Aiterhofen werden künftig Kartoffeln gelagert statt Eier gelegt. Zur Freude der Gemeinde.

Nach dem Skandal um Bayern-Ei und deren salmonellenbelasteten Eier war der Name des Ortsteils Niederharthausen der Gemeinde Aiterhofen (Landkreis Straubing-Bogen) lange Zeit in den Schlagzeilen sehr negativ belegt. Nun atmen die Anlieger der ehemaligen Legebatterie und auch die Kommunalpolitiker auf: Schon vor etlichen Monaten hat die Straubinger Firma Agrima das Gelände erworben.

Nun zeigt die rege Bautätigkeit, die im Moment dort stattfindet: Es ziehen tatsächlich keine Hühner mehr ein, die angekündigte Kartoffel- und Zwiebelsortieranlage wird an Ort und Stelle endlich umgesetzt, wie Aiterhofens Bürgermeister Adalbert Hösl (CSU) dem Landwirtschaftlichen Wochenblatt auf Nachfrage bestätigte.

Froh über Kartoffeln statt Hühner

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Von der Halle auf dem ehemaligen Bayern-Ei-Standort Niederharthausen steht schon das Gerippe, schon bald sollen dort Kartoffeln und Zwiebeln sortiert und für den Handel abgepackt werden, wie sowohl Hösl als auch ein Landratsamtssprecher bestätigen: „Der Bau kommt gut vorwärts“, so der Aiterhofener Bürgermeister. Nach dem Verkauf des Grundstücks habe es etwas gedauert, bis die Anlage errichtet wird, aber nun laufe alles.

Agrima habe den Sitz derzeit in Straubing, gehe nun aber in den Landkreis – und ist der Gemeinde Aiterhofen sehr willkommen. „Das Unternehmen passt gut in unsere ländlich geprägte Region, und wir sind ehrlich gesagt sehr froh, dass Kartoffel statt Hühner am Standort einziehen werden – wir sind ganz sicher nicht böse, wenn Niederharthausen nicht mehr negativ in die Schlagzeilen kommt.“

Hähnchenmast steht nicht mehr zur Diskussion

Nach dem Ende von Bayern Ei war eine Zeitlang auch eine Hähnchenmast eines anderen Investors im Gespräch, sehr zum Leidwesen der Anwohner. Doch die Pläne kamen dann doch noch vom Tisch. „Darüber sind wir sehr froh. Die Geruchsbelästigung war zur Zeit der Legebatterie von Bayern Ei enorm, und das Problem mit den Fliegen werden wir wohl hoffentlich auch nicht mehr haben“, sagt Hösl.

Der Bayern-Ei-Skandal wurde 2015 aufgedeckt. Salmonellenbelastete Eier waren im Vorjahr in den Handel gekommen. Im März dieses Jahres wurde Bayern-Ei-Geschäftsführer Stefan Pohlmann in 26 Fällen von fahrlässiger Körperverletzung und 190 Mal gewerbsmäßigen Betrugs zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung sowie rund zwei Millionen Euro Geldstrafe verurteilt.

Zusätzlich verpflichtete sich Pohlmann, künftig keine Hühner mehr in Deutschland zu halten. Bayern-Ei-Standorte waren in Wallersdorf (Lkrs. Dingolfing-Landau) und Aiterhofen.

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