Vermarktung

Nachhaltigen Konsum im Fokus

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Gerd Kreibich
am Freitag, 10.07.2020 - 12:48

Biohof Häng setzt zusammen mit der Arberland REGio auf neue Wege.

Seit Anfang des Jahres ist Gudrun Reckerziegel im Rahmen ihrer Tätigkeit als Koordinatorin kommunaler Entwicklungspolitik bei der ARBERLAND REGio GmbH als Einrichtung des Landkreises Regen damit betraut, Strukturen nachhaltigen Handelns im Landkreis Regen zu etablieren. Neben der Kooperation mit den Gemeinden, interessierten Unternehmen und Organisationen steht das Leitbild „bio - regional - fair“ im Zentrum ihrer Arbeit.

Bewussten Umgang mit Lebensmitteln fördern

„Wir möchten den Verbraucherinnen und Verbrauchern einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln näherbringen und gleichzeitig die weltweite Ernährungssicherheit fördern. Im Zuge dessen müssen aber nicht nur Waren, die unter gerechten Bedingungen im Ausland produziert werden, sondern auch ressourcen- und klimaschonende Landwirtschaft sowie Direktvermarktung stärker in unseren Fokus rücken“, erklärt Gudrun Reckerziegel, die auch überzeugt ist, dass es in der Region Arberland gar nicht so wenige Vorzeigebetriebe finden.

Einer von ihnen ist der „Biohof Häng“ in Frauenau, den Gudrun Reckerziegel jetzt gewissermaßen einen „offiziellen Besuch“ abstattete. Gegründet wurde der Biohof von Martin Straub (26) und Birte Carstensen (30), die sich während ihres Masterstudiums „Ökologische Landwirtschaft“ im hessischen Witzenhausen kennengelernt haben. Sie haben den Gemüsehof vor rund zwei Jahren übernommen. Heute fahren die beiden Vollzeitlandwirte auf dem elterlichen Gut im Ortsteil Oberlüftenegg bereits reiche Ernte in Form verschiedener Kohlarten, Roter Bete, Mangold, Spinat, Tomaten, Paprika und vielem mehr ein.

Privathaushalt und Wirte als Zielgruppen

Die Produkte werden auf Verbraucherkisten verteilt und ausgeliefert wird. „Unsere Zielgruppe sind vor allem Privathaushalte, die jede Woche frisch geerntetes Gemüse oder eine Auswahl an Kräutern verkochen möchten“, erklärt Carstensen. Unterdessen kommen auch ausgewählte Gastronomien, wie die „Rote Res“ in Bodenmais, das „Haus zur Wildnis“ in Ludwigsthal, die „Butter Boyz“ in Regen oder die Ferienanlage „7 Sentidos“ in Bischofsmais in den Genuss der saisonalen Bioware.

Beim Besuch von Koordinatorin Gudrun Reckerziegel stellten die beiden jungen Landwirte ihre Zielsetzung und ihe Vorgensweise dar: „Wir finden es wichtig“, so Carstensen, „im Einklang mit der Natur zu arbeiten. Deshalb orientieren wir uns am sogenannten Market Garden System.“ Die Grundlage dieser Methode sind permanente Beete mit dichter, möglichst kontinuierlicher Bepflanzung, maschinenarmem Anbau und hochwertiger Kompostdüngung. Weil es dabei viel zu zeigen und zu erklären und noch mehr zu riechen und zu schmecken gibt, sollen im Hof-Portfolio künftig auch Führungen für Kindergärten, Schulklassen und Hobbygärtner stehen. Letztere könnten die eine oder andere Pflanztechnik auch problemlos in ihrem eigenen Garten einsetzen, überlegt das Paar.

Nachhaltigkeit soll weiter gefördert werden

„Wir möchten die Lebensgrundlagen unserer heimischen Pflanzen, Tiere und Menschen erhalten. Das macht jedoch nur Sinn, wenn künftige Generationen den Wert dessen begreifen – und auch etwas davon lernen möchten“, sind sie sich mit Gudrun Reckerziegel einig. Diese hofft, künftig noch enger mit engagierten Einzelakteuren und Projekten, die sich im Landkreis für nachhaltigen Konsum einsetzen, zusammenarbeiten zu können – beispielsweise im Rahmen eines fair-regionalen Einkaufsführers: „Schließlich haben wir mit jeder alltäglichen Kaufentscheidungen die Chance, unsere Welt ein kleines bisschen besser, oder zumindest etwas gerechter zu machen“, ist sie überzeugt.

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