Nachhaltigkeit

Nachhaltig anbauen mit Fruchtfolgen

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BLW
am Dienstag, 13.11.2018 - 09:12

Zwischenfrüchte sind wichtig für den Gewässer- und Erosionsschutz

Trametsried/Lks. Regen Durch Zwischenfruchtanbau Ackerflächen nachhaltig bewirtschaften und damit aktiv Gewässer- und Erosionsschutz zu betreiben, ist ein zentraler Punkt der modernen Landbewirtschaftung. Zu dem Thema wurde kürzlich in Trametsried bei Kirchdorf im Wald am Betrieb Konrad Weiß, einem Demonstrationsbetrieb der Landesanstalt für Landwirtschaft, in Kooperation mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regen und dem Erzeugerring für Pflanzenbau ein Zwischenfruchtversuch vorgestellt. Im Vordergrund stand die Frage, mit welchen Zwischenfrüchten und Anbautechniken ein bestmöglicher und praxistauglicher Zwischenfruchtanbau für die Erhaltung von Bodenleben und Bodenstruktur realisierbar ist.

Nach der Begrüßung der Teilnehmer und Referenten durch Behördenleiter Christian Loibl erläuterte Pflanzenbauberater Markus Niedermeier die Notwendigkeit sowie Details des Zwischenfruchtanbaus in den Landkreisen Regen und Freyung-Grafenau in Zahlen. Ein sinnvoller Zwischenfruchtanbau sei im Wesentlichen nur nach Getreidevorfrucht möglich. Auf dem Großteil der Getreideflächen in beiden Landkreisen (2300 ha) sei der Zwischenfruchtanbau mittlerweile Standard. Die Notwendigkeit ergebe sich aufgrund des Erosionsschutzes und der Speicherung von Nährstoffen. „Wir sind in beiden Landkreisen bezüglich der Nitratgehalte im Grundwasser als grünes Gebiet eingestuft. Auftrag an die Landwirtschaft ist es, diesen Zustand zu erhalten. In Form von Pflanzenaufwuchs wird vor allem der verlagerungsgefährdete Stickstoff über den Winter effizient gespeichert und eine Auswaschung in Form von Nitrat ins Grundwasser verhindert“, so Niedermeier.
Anschließend stellte Betriebsleiter Konrad Weiß kurz seinen Betrieb mit Milchviehhaltung und Ackerbau sowie Details zum Versuchsaufbau dar. Auf dem Versuchsfeld wurden verschiedene Mischungen aus z. B. Ackersenf, Phazelie, Buchweizen, Ölrettich und verschiedenen Kleearten angebaut. Hinzu kam eine Unter-scheidung in pfluglose und gepflügte Bodenbearbeitung sowie in Breitsaat und Drillsaat. Das Resultat war ein objektiver Vergleich der verschiedenen Mischungen mit deren speziellen Ansprüchen.
Durch den Versuch führte Fachberater Christian Siedersbeck des Erzeugerrings für Pflanzenbau Niederbayern. Er gab Anbau- und Bearbeitungstipps; die einzelnen Parzellen wurden ausführlich beurteilt. Der Wasserberater Stefan Wipplinger vom Fachzentrum Agrarökologie Straubing hob die zentralen Aspekte der Erosionsschutzverordnung und des Bodenschutzrechts mit Bezug auf Kulap und Greening hervor. Ausführlich behandelt wurden auch Vorteile und Auswirkungen des Zwischenfruchtanbaus auf die Düngeverordnung und den Pflanzenschutz.

Bei der Erosionsminderung kommt dem Anbau von Zwischenfrüchten eine große Bedeutung zu. Aber auch weitere positive Effekte wurden genannt: die Aufwertung des Landschaftsbildes etwa oder die Förderung der Artenvielfalt und Biodiversität durch blühende Felder. Blühende Bestände dienen zum Ende der Vegetationsperiode im Herbst Bienen und anderen Insekten als zusätzliches Nahrungsangebot.