MEG Moosburg

Milcherzeuger: Einfach nur über die Runden kommen

MEG Moosburg
Helga Gebendorfer
am Montag, 06.04.2020 - 12:06

MEG Moosburg schließt Tierschutzvereinbarung mit Milchabnehmer Hofmeister.

Referent 2
Moosburg/Lks. Freising Mit Freude schaute Vorsitzender Peter Goldbrunner in die Runde und dankte den Mitgliedern, dass sie den Weg zur Mitgliederversammlung der Milcherzeugergemeinschaft Moosburg (MEG) beim Alten Wirt gefunden hatten. Gleich zu Beginn informierte er die Zuhörer, dass die Vertreter vom Hofmeister-Käsewerk ihr Kommen wegen der Corona-Epidemie abgesagt haben.
Bei seinem Jahresrückblick berichtete Goldbrunner, dass sich zwar der Klimawandel genauso wie im Vorjahr mit Hitze und Trockenheit bemerkbar gemacht hat, doch der Aufwuchs von Wiesen und Weiden reichte aufgrund von letztlich ausreichenden Niederschlägen zur Sicherstellung der Futtervorräte. Weiter teilte er mit, dass die MEG mit Hofmeister aufgrund der Vorkommnisse in Sachen Tierschutz in einem Allgäuer Betrieb eine Zusatzvereinbarung zum Milchlaufvertrag abschließen musste, die dem Milchkäufer ermöglicht, bei Verstößen gegen den Tierschutz als letztes Mittel die Milchabholung einzustellen, wenn die Reputation der Molkerei gefährdet ist.

Strukturwandel lässt sich nicht mehr aufhalten

Mit Sorge blickte der Vorsitzende in die Zukunft. „Der Strukturwandel wird immer weitergehen“, meinte Goldbrunner, der seinen Kollegen Mut zusprach, um die bevorstehenden Herausforderungen anzupacken. Momentan erwirtschaften die Milchviehbetriebe einigermaßen erträgliche Milchpreise, die aber ruhig noch ansteigen dürfen. 2019 lieferten die 60 MEG-Mitglieder nach seiner Auskunft mit knapp 15,9 Mio. kg Milch 730 000 kg weniger als im Jahr zuvor an das Hofmeister-Käsewerk in Moosburg. Damit lieferte ein Betrieb im Durchschnitt 248 000 kg, was bedeutet, dass die Betriebe im Vergleich zu anderen Regionen relativ klein sind.
„Die Situation für die Familienbetriebe wird nicht einfacher“, stellte Landshuts Kreisobmann Georg Sachsenhauser in seinem Grußwort fest. Er wünschte sich auskömmliche Preise für die hochwertigen Lebensmittel, so dass die bäuerlichen Betriebe davon leben können. Zudem begrüßte er die Bauern-Demonstrationen und hofft auf ein positives Ergebnis.

Die Erwartungen der Verbraucher steigen

Dr. Hans-Jürgen Seufferlein, Geschäftsführer vom Verband der Milcherzeuger Bayern, führte in seinem Vortrag aus, wo es gerade brennt und was den Verband umtreibt. „Die Erwartungen der Konsumenten an die Landwirtschaft und die Lebensmittel steigen immer mehr, doch der Milchpreis bleibt auf gleichem Niveau“, gab er zu bedenken und erinnerte daran, dass im letzten Jahr nicht der Milchpreis, sondern immer nur Themen rundherum wie Tierwohl und -transport im Fokus standen. „Das wird uns nicht mehr in Ruhe lassen“, so Seufferlein, der an die Zuhörer appellierte, alles zu verurteilen, was nicht tierschutzgerecht ist.
Sein Blick auf den Milchmarkt: Der Absatzrückgang bei Konsummilch betrug 5,3 %, was immerhin einer Milchmenge von 185 Mio. kg entspricht. Der Anteil der Bio-Milch stieg zwar an, machte aber nur rund 25 Mio. kg aus. Mit 5,5 % ist auch der Verzehr von Fruchtjoghurt sehr rückläufig einzustufen. Erfreulich ist, dass der Exportanteil von Milchprodukten wie Käse und Pulver sogar erhöht werden konnte. Sehr bedenklich stimmte Seufferlein der starke Anstieg der Milchimitate von 33,5 %. Ursache dafür könnte die Diskussion um den Klimawandel sein, aber auch die veröffentlichten Tierverstöße.