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Untersuchungen

Mehrere Schafe in der Oberpfalz gerissen

Schaf
Gerd Kreibich Portrait
Gerd Kreibich
am Freitag, 06.05.2022 - 11:40

Nach dem Fund in der Oberpfalz wird auf das Ergebnis der Gen-Untersuchungen gewartet. Nun stellt sich die Frage: War es ein Wolf?

Neustadt a.d. Waldnaab - Schrecklicher Fund in der Oberpfalz: Im Gebiet des Manteler Forsts im Landkreis Neustadt an der Waldnaab sind am Mittwoch, 4. Mai, drei Schafe tot aufgefunden worden. Zwei weitere Schafe waren verletzt, verendeten dann aber am Folgetag. Ein Mitglied des „Netzwerks Große Beutegreifer“ hat die Situation vor Ort begutachtet und genetische Proben genommen, heißt es in einer Mitteilung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt. Erkenntnisse über den Verursacher werden von der Analyse der genetischen Spuren am nationalen Referenzlabor erwartet. „Die Beteiligung eines Wolfes kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden“, heißt es vom Bayerischen Landesamt für Umweltschutz. Behörden, Interessenverbände und Vertreter von Nutztierhaltern seien informiert worden.

Martin Bartl vom Landesverband Bayerischer Schafhalter machte im Gespräch mit dem Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt deutlich, dass derzeit noch kein Grund für Überreaktionen bestehe: „Es sollte jetzt das Ergebnis der Untersuchungen abgewartet werden, vorher gibt es keinen Beweis für das Vorhandensein eines Wolfes“, macht er klar. Diese Ergebnisse seien nicht sofort verfügbar, die entsprechenden Untersuchungen seien durchaus aufwendig. Doch zusätzliche verstärkte Aufmerksamkeit könne sicher nicht schaden, Schafhalter sollten außerdem ein besonderes Augenmerk auf Schutzmaßnahmen richten.

Die Kosten dieser Schutzmaßnahmen müssen die Tierhalter nicht alleine tragen: Der Ort des Übergriffs liegt innerhalb der Kulisse der „Förderrichtlinie Investition Herdenschutz Wolf“. Nutztierhalter, deren Flächen innerhalb der Förderkulisse liegen, können hier Material- und Montagekosten für die Einrichtung wolfsabweisender Zäune bis zu 100 % gefördert bekommen. Anträge sind bei den zuständigen Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zu stellen. Mehr Informationen zur Förderung finden Sie auf der Seite des Landwirtschaftsministeriums.

Zuletzt hatten sich die Wolfsrisse insbesondere in Oberbayern gehäuft. Um einen möglichen Abschuss des Problemwolfes GW2425m, der später in Tschechien überfahren worden ist, gab es großen Streit. Die Sorge vor weiteren Wolfsrissen sind vor Ort groß.

Mit Material von Philipp Seitz