Düngung

Mehr Proben machen mehr Sinn

Club_gk
Markus Bauer
am Mittwoch, 08.04.2020 - 09:37

Club der Landwirte Regensburg informiert zu Top-Themen rund um die Düngung.

Regensburg Nitrat im Grundwasser, Messstellen und Stickstoffdüngung – drei Themen, welche aktuell die Landwirtschaft intensiv beschäftigen. Daher widmete sich der Club der Landwirte Regensburg und Umgebung Anfang März in seiner Mitgliederversammlung und bei einer Vortragsveranstaltung diesen Fragen. Auch der Ausschuss wurde neu gewählt und zwei langjährige Mitglieder verabschiedet.

Europäische Richtlinie als Grundlage für Einteilung

Bei der Mitgliederversammlung im Gasthof Prössl in Adlersberg, die noch vor Beginn der Coronakrise abgehalten wurde, referierte Andreas Bulla vom Wasserwirtschaftsamt Regensburg zum Thema „Nitrat im Grundwasser: Messstellen und Ermittlung der roten Gebiete“. Er nannte die Europäische Wasserrahmenrichtlinie als Grundlage für die Einteilung in rote, weiße und grüne Gebiete. Er ging auch auf das „Belastungsmessnetz“ ein und die Belastungen in einzelnen Regionen. Natürlich kam auch die Düngeverordnung zur Sprache und die aktuelle Debatte in der Politik sowie in der Landwirtschaft.
Bei der Diskussion unter den Zuhörern ging es unter anderem um die Form der Bewirtschaftung oder einzelbetriebliche Saldierung. Beim Tätigkeitsbericht blickte Vorsitzender Markus Hörner auf das Clubjahr mit mehreren Vorträgen und Exkursionen sowie dem traditionellen Club-Ball. Im Ausschuss gab es zwei Änderungen. Für Gert Stadler, der viele Jahre auch Vorsitzender war, wurde Michael Gerl in dieses Gremium gewählt und Rupert Schmid jun. löst seinen Vater Rupert Schmid sen. ab.
Nur wenige Tage nach der Mitgliederversammlung lud der Regensburger Club der Landwirte zu einem Vortrag zum Thema „Stickstoffdüngung – neu überdacht?!“ ins Hotel Irl ein, den etwa 50 Zuhörer verfolgten. Referent war Prof. Dr. Urs Schmidhalter, Inhaber des Lehrstuhls für Pflanzenernährung an der TU München – Wissenschaftszentrum Weihenstephan. Anhand einer Gebietskulisse und Fruchtartenkarte für den Landkreis Regensburg zeigte er bereits ein differenziertes Bild hinsichtlich Belastung bzw. „Hinterlassenschaften“.
Weitere wichtige Faktoren sind die Bodenqualität (Wasserspeicherung, Sickerwassermenge, Grundwasserneubildung, etc.), das Wachstum der Pflanze und der Winter (Auswaschung des Bodens).

Lösungen wichtiger als Schuldzuweisungen

Um bei den Gebieten wieder von Rot zu Grün zu kommen, sei eine Beobachtung der Früchte nötig. Der Referent zeigte den Stickstoff-Saldo der landwirtschaftlichen Flächen in Bayern zwischen 1960 und 2001 auf und verdeutlichte, dass die Situation beim organischen Dünger problematischer geworden sei. Ebenso wies er auf eine „Stagnierung bei den Stickstoffbilanzen“ hin und appellierte, auf jeden Fall „Lösungen zu suchen und nicht Schuldige“. Dazu könnten auch Langzeituntersuchungen der Düngung und des Ertrags unterschiedlicher Pflanzen beziehungsweise Früchte beitragen. Die Landwirte müssten hier im eigenen Interesse eine aktive Rolle übernehmen.