Schule

Lebens- und Alltagskompetenz vermitteln

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Externer Autor
am Montag, 15.11.2021 - 14:49

In Rottal-Inn und Dingolfing-Landau besuchen Schulklassen bäuerliche Betriebe. Beim Projekt geht es mehr als nur um das Streicheln von Tieren.

Simbach a. Inn/Lks. Rottal-Inn Es ist ein erklärtes Ziel des Landwirtschafts- und des Kultusministeriums, der Landwirtschaftsverwaltung, des Bauernverbandes und der Elternverbände: Kinder sollen im Schulunterricht nicht nur Wissen, sondern auch Lebens- und Alltagskompetenz vermittelt bekommen. Dazu gehört auch die Möglichkeit, zumindest einmal in der Schulzeit einen Bauernhof zu besuchen, nicht nur, um Tiere zu streicheln, sondern vor allem auch, um zu erfahren, wie wichtig gesunde Lebensmittel sind und warum die Landwirtschaft ein wichtiger Teil der Gesellschaft ist. In Simbach a. Inn besuchten jetzt Kinder der Inntal-Mittelschule den „Weiß´n-Hof“ der Familie Brodschelm. Es war der Auftakt einer Reihe von Klassenbesuchen auf Bauernhöfen in den Landkreisen Rottal-Inn und Dingolfing-Landau.

Bewusstsein für gesunde Ernährung schärfen

Verantwortlich für die Veranstaltung in Simbach a. Inn war Inge Lugeder, an den Ämtern in Pfarrkirchen und Landau a.d. Isar zuständig für die Aktion „Herbst-Erlebnis Bauernhof“, die sie dann auch erläuterte: „Seit dem letzten Schuljahr können Schulklassen der 2. bis 10. Jahrgangsstufe sowie Förderschul- und Deutschklassen aller Jahrgangsstufen an diesem Programm teilnehmen“, erklärte sie. Das Lernprogramm trage den Titel „Vom Gras ins Glas: Milch“ und solle auch dazu beitragen, das Bewusstsein für den hohen Wert von Lebensmitteln aus der Region beizutragen. In erster Linie gehe es aber darum, aufzuzeigen, wie wichtig eine gesunde Ernährung ist.

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Herzlich begrüßt wurden die Kinder und Ehrengäste vom Ehepaar Brodschelm, die sich im Laufe der vergangenen Jahre einen Ruf als Direktvermarkter erarbeitet haben – insbesondere der Käse vom „Weiß´n-Hof“ ist über die Grenzen der Region hinaus bekannt.

Gleich nach einer kurzen Begrüßung ging es dann auch schon los: Stefan Brodschelm besuchte mit den Kindern die Milchkühe im modernen Stall, keine Frage blieb unbeantwortet – und zwar immer so, dass die Kinder mit dem Gesagten auch etwas anfangen konnten, denn bei einer kurzen „Umfrage“ war schon deutlich geworden: auch im ländlichen Raum sind die Kinder aus den bäuerlichen Betrieben eine deutliche „Minderheit“, auf diesem Weg also kann der Kontakt zur Landwirtschaft meistens nicht mehr hergestellt werden.

Nicht ganz so einfach war allerdings die Frage eines kleinen Jungen, der unbedingt noch wissen wollte, was denn der Unterschied zwischen einem Stier und einem Ochsen sei. Landwirt Stefan Brodschelm musste aber nur kurz nachdenken und hatte eine „kindgerechte“ Antwort parat.

Die Gäste aus Landwirtschaftsverwaltung, Berufsvertretung und Politik waren sichtlich erfreut von der Begeisterung und der Neugier der Kinder. Kreisbäuerin Paula Hochholzer dankte dem Ehepaar Brodschelm für die gute Vorbereitung der Unterrichtsstunden, ein Dank, dem sich Bezirksbäuerin Irene Waas gerne anschloss: „Wir zeigen hier auch ganz offen, dass die Landwirtschaft im Mittelpunkt der Gesellschaft steht, dass wir uns als Bäuerinnen und Bauern auch gerne einbringen in die Gesellschaft.“

Landwirtschaft ist ein Teil der Gesellschaft

Auch die beiden Abgeordneten Dr. Petra Loibl und Martin Wagle waren voll des Lobes für den Bauernhof-Tag. Amtsleiter Josef Eichenseer schließlich betonte den Umstand, dass es gerade der Landwirtschaftsverwaltung ein großes Anliegen sei, auch Brücken zwischen Landwirtschaft und nicht-landwirtschaftlicher Gesellschaft zu schlagen.

Miteinander reden, nicht übereinander, dieses Ziel verfolgen auch die Landwirtschaftsämter. Gerne sei man auch Ansprechpartner für Schulen und Lehrkräfte. Eichenseers Dank galt allen bäuerlichen Betrieben in Rottal-Inn und Dingolfing-Landau, die Schulklassen auf dem Bauernhof als Gäste begrüßen.