Information

Landwirtschaft in die Mitte der Gesellschaft rücken

Infotafeln
Lorenz Märtl
am Dienstag, 16.11.2021 - 15:03

15 informative Schilder sollen im Landkreis Neumarkt über die Landwirtschaft aufklären und dem Verbraucher notwendiges Wissen vermitteln.

Ottmaring/Lks. Neumarkt Mit der Neuausrichtung der Landwirtschaftsverwaltung in Bayern erging an die Ämter auch der Auftrag, die Landwirtschaft wieder mehr in die Mitte der Gesellschaft zu rücken. „Ein sehr wichtiges Anliegen“, betonte der Bereichsleiter Landwirtschaft des AELF Amberg-Neumarkt, Franz Baumer, bei der Präsentation der Ergebnisse einer Facharbeit, die Anwärter Sebastian Haubner im Rahmen seiner Ausbildung in der Landwirtschaftsverwaltung am Amt in Neumarkt gefertigt hat und die nun in Form von informativen Schautafeln auf dem Betrieb Rösch in Ottmaring übergeben wurden.

Im Frühjahr wird sie Landwirt Ottmar Rösch an den verschiedenen Kulturen seines landwirtschaftlichen Betriebs aufstellen. Diese befinden sich im Altmühltal, einem Fremdenverkehrsgebiet, das bei Radfahrern und Wanderern sehr beliebt ist und so die Möglichkeit bietet, ins Gespräch zu kommen. Das begrüßt auch Dietfurts Bürgermeister Bernd Mayr, wohl wissend, dass eine intakte Kulturlandschaft zur Attraktivität des Fremdenverkehrsgebiets beiträgt und die Landwirtschaft nach wie vor eine sehr große Bedeutung hat.

Landwirtschaft geht auf Bevölkerung zu

Bei Ottmar Rösch rannte man mit dieser Aktion offene Türen ein, „denn die Landwirtschaft muss auf die Bevölkerung zugehen“. Sebastian Haubner zeigte auf, dass er sich deswegen bewusst für dieses Projekt entschieden habe. Er sieht die Tafeln als Information und Einstieg zum Gespräch mit den Landwirten. 15 Schilder hat er vorbereitet, über die verschiedenen Kulturen wie Mais, Roggen, Gerste, Weizen, Dinkel, Triticale, Hafer, Raps, Erbsen, Soja, Ackerbohnen, Kleegras, Hirse und Fenchel. Sie informieren über Herkunft, Anbau, Ertrag und Verwendung. Besonders interessant ist die Tafel zum Körnerfenchel. 26 ha dieser Kultur findet man zwischenzeitlich im Landkreis, allein 23 ha auf dem Betrieb Rösch. Vor allem zur Blütezeit sind die Felder ein Hingucker und ein Paradies für Bienen, Schmetterlinge und Insekten. Die mehrjährige Kultur hat zudem Fasane angelockt, die sich hier wieder heimisch fühlen.

Mit dem Fenchel kommt man gut ins Gespräch

Rösch berichtet davon, dass er deswegen immer wieder angesprochen wird. „Ein guter Einstieg in Gespräche mit dem Verbraucher, um die Wichtigkeit der Erzeugung heimischer Lebensmittel darzustellen“, findet er. Er verhehlt nicht, dass er am Anfang skeptisch war, als sein Junior das Fenchel-Projekt von der Meisterschule in Roth mitbrachte. Nun ist auch er überzeugt. Der Ertrag ist gut und der Fenchel kann an einen Teehersteller bei Fürth gut vermarktet werden.
Die „Infotafeln zur Förderung des Verbraucherdialogs“ – so der Titel der Arbeit – stehen auch anderen Landwirten zur Verfügung. Interessenten sollen sich beim AELF Amberg-Neumarkt melden.