Erntedank

Die Landwirtschaft deckt den Tisch

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Externer Autor
am Freitag, 30.10.2020 - 05:00

Bauernverband Schwandorf: Erntedank war Anlass für deutliche Worte.

Die Getreideernte wurde bereits Mitte August abgeschlossen, Kartoffel- und die Silomaisernte sind in der Endphase. Zugleich werden die Äcker neu bestellt und die Wintergerste ausgesät. Gerade zu Erntedank wird der ständige Kreislauf von Aussaat, Wachstum und Ernte deutlich.
Bäuerinnen und Bauern im Landkreis Schwandorf wiesen deshalb mit einer Erklärung zu Erntedank darauf hin, dass es immer noch die Landwirtschaft ist, von der die Menschheit ernährt wird. Das klare öffentliche Statement war der „Ersatz“ für die sonst traditionelle Erntedankfeier im Tierzuchtzentrum, die wegen der Corona-Pandemie ausfallen musste.

Ernährungssicherheit ist nicht selbstverständlich

Eingebunden in diesen Kreislauf des Lebens ist für die Bäuerinnen und Bauern auch der Dank für die Gaben der Natur. Angesichts des Klimawandels, der zunehmenden Trockenheiten und Starkregenereignisse ist es in ihren Augen nicht selbstverständlich, dass immer genügend Nahrungsmittel zur Verfügung stehen.
„Beim Erntedank denken wir weiter“, bringt es BBV-Kreisobmann Josef Irlbacher heuer auf den Punkt. Schon lange vor der Ernte stehe die Anbauplanung fest und die notwendigen Arbeiten müssen darauf abgestellt werden. Immer wieder passiere es, so Irlbacher, dass die Landwirte aufgrund der Witterung die geplanten Arbeiten verschieben oder gar komplett umplanen müssen. Das sei vor allem dann der Fall, wenn längere Regenperioden die Ernte und den Anbau weiter nach hinten schieben. „Jedes Ding hat seine Zeit“, betonte Irlbacher und wies darauf hin, dass es in der Landwirtschaft trotz der Vorbereitungen immer wieder zu Änderungen komme, denn Bauern arbeiten mit und in der Natur.

Ohne tägliche Arbeit in der Natur geht es nicht

Deshalb können diese nicht wie in der Industrie Arbeitsvorgänge bis ins Detail vorausplanen und organisieren. Bäuerinnen und Bauern müssen sich ständig, ja täglich neu, auf die Vorgaben und Änderungen in der Natur einstellen.

Was ist geblieben von der Systemrelevanz?

Trotz all der Widrigkeiten ist es auch dieses Jahr gelungen, bisher in weiten Teilen des Landkreises eine gut ausreichende Ernte einzufahren. „Es ist also die bäuerliche Arbeit, die den Tisch deckt“, betonten Kreisobmann Irlbacher und Kreisbäuerin Sabine Schindler.

Zu Beginn von Corona und während der ersten Monate der Pandemie sei die Landwirtschaft als systemrelevant bezeichnet worden. Davon höre man, nachdem die Ernte eingebracht und die Versorgung soweit sichergestellt ist, nichts mehr, bedauern die Kreisobleute. Es werde als selbstverständlich angesehen, dass es Lebensmittel in Hülle und Fülle mit hoher Qualität und noch dazu günstig gibt. Angesichts des Klimawandels und der vielen Herausforderungen, die auf die Landwirtschaft in unserer Region hereinbrechen, könne nicht erwartet werden, dass dies immer so bleibe. Es gelte deshalb weiterzudenken und alles zu tun, damit Bäuerinnen und Bauern vor Ort auch zukünftig in der Lage sind, die Leistungen und Ansprüche zu erfüllen, die an sie gestellt werden.