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Petition übergeben

Landwirte wehren sich gegen Messstellen

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Rudolf Hirsch
am Donnerstag, 03.02.2022 - 17:08

Die Roten Gebiete im Burglengenfelder Malm sorgen für großen Ärger. Doch die örtlichen Abgeordneten dämpfen die Hoffnungen.

Schwandorf Die Landwirte im Gebiet des „Burglengenfelder Malms“ wollen nicht länger die Alleinschuldigen für die hohe Nitratbelastung im Grundwasser sein und wehren sich gegen Einschränkungen beim Düngen ihrer Felder. In einer Petition wenden sie sich an die Bayerische Staatsregierung – doch der sind die Hände gebunden.

Die EU-Kommission wirft Deutschland eine fehlerhafte Ausweisung der „Roten Gebiete“ vor und schickte deshalb einen „Blauen Brief“. MdL Alexander Flierl (CSU) geht aber nicht davon aus, dass die geologische Formation des „Burglengenfelder Malms“, die sich von Sinzing im Landkreis Regensburg über den westlichen Teil des Landkreises Schwandorf bis ins Amberger Vilstal hinzieht, aus der Liste der „Roten Gebiete“ gestrichen wird. Er will sich aber um eine Verbesserung der Messverfahren bemühen. Der Stimmkreisabgeordnete nimmt die Kritik der Interessensgemeinschaft „Rote Gebiete Burglengenfelder Malm“ ernst. Sprecher Johann Mayer (Kallmünz) hält drei der fünf Messstellen in diesem Gebiet für „baulich mangelhaft“. In einer Petition, die er an die Landtagsabgeordneten Alexander Flierl (Schwandorf) und Sylvia Stierstorfer (Regensburg) überreichte, wendet er sich deshalb an die Bayerische Staatsregierung.

Strukturwandel wird noch weiter beschleunigt

„Die Ergebnisse der Messungen treffen die betroffenen Landwirte hart“, so Mayer, denn die Auflagen in den „Roten Gebieten“ haben es seiner Auskunft nach in sich: 20 Prozent Düngung unter dem eigentlichen Bedarf, Einschränkungen der Zeiträume für die Düngeausbringung und Düngeverbot bei Zwischenfrüchten. „Das führt zwangsläufig zu Mindererträgen“, erklärt Johann Mayer. Für den Regensburger Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes werde dies den Strukturwandel in der Landwirtschaft beschleunigen.

Für den stellvertretenden IG-Sprecher Andreas Sußbauer sind die Grundlagen für die Ausweisung der „Roten Gebiete“ nicht nachvollziehbar. Er gab deshalb ein von der Interessensgemeinschaft finanziertes Gutachten in Auftrag. „Es hat unsere Vermutung, dass die Messungen fehlerhaft sind, bestätigt“, so der Milchbauer aus Nittendorf. Die damit verbundenen Auflagen hätten für ihn und seine Kollegen „gravierende Standortnachteile“.

Einsatz für bessere Messverfahren

Die beiden Stimmkreisabgeordneten aus Schwandorf und Regensburg, Alexander Flierl und Sylvia Stierstorfer, wollen sich für „faire Messverfahren“ einsetzen. Dass „Roten Gebiete“ aufgehoben würden, damit rechnen sie aber nicht. Im Gegenteil. Die EU-Kommission wolle die Liste sogar noch erweitern. Deshalb seien der Bayerischen Staatsregierung die Hände gebunden, so Stierstorfer. Sie pocht allerdings auf „seriöse Messverfahren zur Ermittlung der Ursachen für überhöhte Nitratwerte im Grundwasser“.