Lebenseinstellung

Landfrauentag: Gut drauf sein auch in schwierigen Zeiten

Kirchham_gk
Hans Nöbauer
am Montag, 23.03.2020 - 08:32

„Gelassen, belastbar und gesund bleiben – und dies speziell auch in schwierigeren Lebensabschnitten.

Kirchham/Lks. Passau - Zur möglichst erfolgreichen Bewältigung auftretender Konflikt- und Problemsituationen braucht jeder Mensch eine gehörige Portion Resilienz“, sagte Dr. Margarete Liebmann beim Passauer BBV-Landfrauentag in Kirchham. Vor allem auch die jüngere Generation benötige eine gute „psychisch-physische Grundvoraussetzung“, betonte die Ärztin.

Die Kinder auch einmal neue Wege gehen lasen

Der Begriff „Resilienz“ bedeute von seiner ursächlich technischen Kennzeichnung einer Material-Spannkraft im medizinisch-psychologischen Bereich die psychische Widerstandskraft von Menschen, wie die Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Chefärztin des Simbacher Ameos-Klinikums eingangs erläuterte.

In ihrem unterhaltsamen Vortrag ging die Referentin, die gleichzeitig im Rott- und Inntaler „Bündnis gegen Depression“ tätig ist, speziell der Frage nach, wie Eltern ihren Kindern gute Voraussetzungen mit auf den Weg geben könnten.
Unter Beachtung des Resilienz-Prinzips könne „diese Form der psychischen Widerstandsfähigkeit den weiteren Lebensweg ihrer Sprösslinge durchaus recht positiv beeinflussen“. Denn: „Die Resilienz-Fähigkeit ist nämlich größtenteils keineswegs angeboren, sondern vielmehr anerzogen“, ließ Liebmann gegenüber den (Groß-)Müttern keine Zweifel aufkommen. Als „besonders wichtig für die Resilienz“ betrachtet die Depressions-Expertin auch mit Blick auf die Landwirtschaft, einen tieferen Sinn in der Arbeit zu sehen. Gerade künftigen Hoferben müssten deren Eltern „statt negativer Befürchtungen den Mut mitgeben, neue Wege zu gehen und eigene Ideen zu verwirklichen“.
„Die Rott- und Inntaler BBV-Landfrauen leisten schon seit über 70 Jahren mit viel Herzblut einen nachhaltigen Beitrag dafür, dass beispielsweise Bildungsangebote bis ins kleinste Dorf organisiert, tolle Kuchen-Buffets präsentiert und Öffentlichkeitsarbeit mit Bauernhof-Besuchen für Kinder plus Schulungsangeboten durchgeführt werden“, bündelte Kreisbäuerin Renate Stöckl ein reichhaltiges Aufgabenfeld. „Ein großes Landfrauen-Anliegen bereitet darüber hinaus die Bewerbung des regionalen Einkaufs und dadurch Stärkung der heimischen Landwirtschaft“, wie Stöckl betonte.

Regionalität muss ihren Preis haben können

„Wenn wir in Zukunft noch regionale Agrarprodukte essen wollen, müssen diese auch gekauft und damit gut honoriert werden, sonst bleibt der regionale Einkaufs-Korb mangels hiesiger Erzeuger bald leer“, redete Bezirksbäuerin Irene Waas (Straubing) allen Frauen, die auf dem Land leben, ins Gewissen. Besonders lobte die Bezirksbäuerin jede Ortsbäuerin, die ihre jeweilige Region davor bewahrt, auf sozialem Gebiet ärmer zu werden.