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Vermarktung

Kunden auf den Hof holen

Mit herzlichen Worten und einem Geschenk hießen die Bezirksvorsitzenden Matthias Högl und Monika Nachreiner (r.) die neue Bildungsreferentin Andrea Schober für die Geschäftsstelle Niederbayern/Oberpfalz willkommen.
Christa Machtl
am Mittwoch, 12.10.2022 - 10:42

Die Bayerische Jungbauernschaft Niederbayern stellt Konzepte und Ideen zur Direktvermarktung vor.

Überzeugt von den Chancen der Direktvermarktung: Landwirt Daniel Dorfmeier und Referentin SabineBiberger.

Regionales boomt und dieser Boom ist auch nachhaltig – doch am meisten profitieren bislang davon die Discounter und Supermärkte. Wie bäuerliche Betriebe diesen Trend über die Direktvermarktung für den Aufbau eines zweiten Standbeines nutzen können und was es dabei zu beachten gilt, stand im Mittelpunkt der Bezirksversammlung der Bayrischen Jungbauernschaft (BJB) für den Bezirk Niederbayern.

Im Kreis der Mitglieder aus ganz Niederbayern, die sich dazu im Thalhauser Hof in der Marktgemeinde Arnstorf zusammen gefunden hatten, hießen die Bezirksvorsitzenden Monika Nachreiner und Matthias Högl auch Isabella Karl als Landesgeschäftsführerin der Jungbauernschaft willkommen. Sie verband die Vorstellung ihrer Person und Arbeit mit dem Angebot für Beratung und Hilfe, auch bei Förderanträgen.

Verbraucher schätzen regionale Produkte

Sabine Biberger vom AELF Ingolstadt-Pfaffenhofen fand für ihr Hauptreferat „Einstieg in die Direktvermarktung“ die volle Aufmerksamkeit der Zuhörerinnen und Zuhörer. „Für 82 Prozent der Verbraucher ist es laut aktuellen Umfragen wichtig, dass Lebensmittel aus ihrer Region kommen. 86 Prozent legen Wert auf artgerechten Tierhaltung, 70 Prozent kaufen mehrmals im Monat regionale Lebensmittel“, legte sie aktuelle Zahlen vor. Allerdings sei der deutsche Verbraucher inkonsequent, wenn es um die Preise geht, betonte sie zum Einstieg. Die Außer-Haus-Verpflegung nehme zu, Verbraucher würden weniger kochen, es gebe kaum noch Vorratshaltung.

Mit Vehemenz und und einer Reihe einleuchtender Beispiele führte die Referentin dann vor Augen, wie es gelingen kann, diesen gesellschaftlichen Wandel mit der Änderung der Einkaufs- und Verzehrgewohnheiten für eine professionelle Hofvermarktung zu nutzen. Dazu würden ein ansprechendes Ambiente samt Vollsortiment und die Bedienung des Vegetarischen und veganen Marktes gehören.

„Der Wettbewerb zwischen Direktvermarktung und Discountern oder Verbrauchermärkten wird über den Vorteil der direkten Kommunikation mit dem Kunden, durch perfektes Marketing, aber auch durch die Erklärung des Mehrwertes regionaler Produkte entschieden“, machte sie deutlich. Gleichwohl gelte es, den eigenen Betrieb zu analysieren, genau zu planen und zu handeln, also sich mit dem Thema „Einstieg in die Direktvermarktung“ von Anfang an intensiv auseinander zu setzen.

Als Grundlage für einen Einstieg in diesen Betriebszweig legte Sabine Biberger ihren Zuhörerinnen und Zuhörern ans Herz, Angebote wie Informationstage oder Seminare der bayrischen Landwirtschaftsverwaltung im Bereich Diversifizierung zu nutzen.

Breites Angebot im eigenen Hofladen

Wie es ihm gelungen ist, im Lauf von fünf Jahren – auch mit Rückschlägen – einen Obstbaubetrieb in Aholming aufzubauen und einen Selbstbedienungshofladen mit einem umfangreichen regionalem Sortiment wie Äpfel, Saft, Gemüse, Fleisch von Charolais-Rindern und Produkten aus der eigenen Imkerei erfolgreich zu etablieren, stellte Daniel Dorfmeister vor. „Wir sind ein junger Obstbaubetrieb im Herzen von Niederbayern. Neben unseren Apfel- und Birnenplantagen, die wir mit Leidenschaft bewirtschaften, haben wir einen mobilen Freilandstall für Legehennen. Das Wohl der Tiere liegt uns sehr am Herzen – Qualität statt Quantität ist unsere Devise“, unterstrich der junge Landwirt. Ein Selbstbedienungsladen gehört zum Betrieb, aber am Freitag und Samstag hat auch der Hofladen mit persönlicher Bedienung geöffnet.

Den Abschluss der Tagung bildete ein Überblick über die Tätigkeit des Bezirksverbands, die Monika Nachreiner und Matthias Högl mit zahlreichen Bildern vorstellten. Unter anderem ließen sie dabei die Bezirksteamschulung in Grainau, den „Zuckerpuppenrock“ in Plattling, die Eröffnung der Grillsaison in Bad Füssing gemeinsam mit dem BBV, die Lehrfahrt nach Mallorca und den Messeauftritt bei der Rottalschau mit Vorstellung und Verkauf des neuen LJ-Kochbuches Revue passieren. Im Januar steht mit einer Präsentation im Rahmen der Grünen Woche Berlin der nächste Höhepunkt im Kalender.