Kompetenzzentrum

Konaro: Ein Pflänzchen wird groß

KompetenzzentrumFürNachwachsendeRohstoffe
Melanie Bäumel-Schachtner
am Dienstag, 06.04.2021 - 15:09

Vor 20 Jahren wurde das Zentrum für nachwachsende Rohstoffe gegründet.

Es war ein zartes Pflänzchen, das da vor genau 20 Jahren aus der Erde spitzen durfte. Nun ist das Pflänzchen eine ausgewachsene Pflanze geworden: Vor zwei Jahrzehnten wurde das Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe gegründet. Damals wurde auch der Samen dafür ausgesät, dass sich Straubing seit Oktober 2017 Universitätsstadt nennen darf. In der Schulgasse in Straubing wurde das Konaro, so die Kurzform für die Einrichtung, in den vergangenen 20 Jahren zum Blühen gebracht. Mittlerweile hat das Kompetenzzentrum 350 Mitarbeiter. Das Beratungsangebot haben in den vergangenen Jahren auch zahlreiche Landwirte genutzt.

Verschiedene Fachgebiete arbeiten zusammen

Ziel des Konaro ist bereits seit 2001, dass unterschiedliche Fachrichtungen zusammenarbeiten, um einen effektiven Beitrag zum Klimaschutz, zur Energiewende und zum Rohstoffwandel zu leisten. Der Weg der Einrichtung ist noch lange nicht abgeschlossen: Für die kommenden Jahre ist ein weiterer Ausbau der Forschungs- und Beratungseinrichtung geplant, wagen die Verantwortlichen zum 20. Geburtstag einen Ausblick in die Zukunft. Gemeinsam blicken der TUM Campus Straubing, das Technologie- und Förderzentrum und C.A.R.M.E.N. auf zwei Jahrzehnte zurück, in denen sie unter dem Dach des Konaro zusammenarbeiten und sich als zentrale Anlaufstelle für Nachwachsende Rohstoffe weit über die Grenzen Bayerns hinaus etablierten.

Drei Ministerien geben die nötigen Finanzmittel

Der Startschuss fiel 2001 im kleinen Rahmen: 27 Mitarbeiter begannen damals ihre Arbeit, inzwischen sind es weit mehr als zehnmal soviel. Begleitet, gefördert und unterstützt wird die Arbeit in Straubing von drei bayerischen Ministerien: Dem Landwirtschaftsministerium, dem Wissenschaftsministerium und dem Wirtschaftsministerium. Einen Grund für die Erfolgsgeschichte des Konaro sieht Staatsministerin Michaela Kaniber (CSU) in der Bündelung der Kompetenzen – über fachliche Disziplinen hinweg. „Bayern erkannte bereits sehr früh die Zeichen der Zeit und hat in Straubing einen wichtigen Leuchtturm geschaffen“, betont sie anlässlich des Jubiläums. Dabei habe sich die Aufgabenteilung zwischen den drei Säulen des Konaro perfekt bewährt. Jede der drei Einrichtungen habe ein eigenes Profil und eigene Aufgabenschwerpunkte, und das sei gut so. Dadurch gelinge es, alle Aspekte rund um die Erzeugung, Verarbeitung und Nutzung der Nachwachsenden Rohstoffe zu begleiten.

Neue Anwendungsfelder werden erforscht

„Am Konaro werden neue Anwendungsfelder erforscht, neue Technologien und Materialien entwickelt und bestehende optimiert. Gleichzeitig werden hier Experten ausgebildet, die den Wandel der Gesellschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit entscheidend mitgestalten können“, freut sich auch Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) über die Erfolgsgeschichte in Straubing und erklärt, wenn es um Bioökonomie gehe, komme niemand mehr an der Gäubodenstadt vorbei. Für Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) kommen auf das Zentrum in Zukunft weitere wichtige Aufgaben wie die Weiterentwicklung von synthetischen Kraftstoffen zu. Der Freistaat werde das Konaro weiter ausbauen, stellte er in Aussicht.

Besucher kommen aus über 50 Ländern

Zum Jubiläum können die Verantwortlichen aber schon jetzt eine erfolgreiche Bilanz ziehen, auch, was das Informationsangebot angeht: Mehr als 40 000 Gäste aus etwa 50 Ländern besuchten in den vergangenen 20 Jahren die Einrichtung, um sich dort über den aktuellen Stand aus Wissenschaft und Praxis zu informieren. Dazu kamen Verbraucher, Landwirte, Unternehmer, Kommunen, Politiker und viele mehr, die gezielt fachliche Beratung suchten. Allein im Jahr 2019 fanden mehr als 1200 dieser Beratungen statt. Die Bandbreite reicht beispielsweise vom Anbau blühender Energiepflanzen über das richtige Heizen mit Holz oder den Einsatz von alternativen Kraftstoffen bis hin zur Installation eigener Photovoltaik- oder Biogasanlagen. Die Entwicklung biobasierter Chemikalien oder Einsatzmöglichkeiten von Biokunststoffen wurden ebenso nachgefragt wie Maßnahmen zu Energieeinsparung oder wirtschaftliche Aspekte. Generell ging es sowohl um Fragen der Anwendung als auch um Grundlagenforschung und Ausbildung.

Seit 2008 gibt es den Masterstudiengang

Seit 2008 ist es möglich, am Konaro auch zu studieren. Angefangen mit dem Masterstudiengang Nachwachsende Rohstoffe, mit gerade einmal 20 Studierenden, wurde über die Jahre ein breites Studienangebot aufgebaut mit aktuell knapp 600 Studierenden in elf Studiengängen – weiterhin mit stark steigender Tendenz. Die 1000 Studenten für Straubing hat die Politik schon vor Jahren versprochen. Derzeit entsteht in der Nachbarschaft auch das Nawareum, ein Mitmach-Erlebnisort der Nachwachsenden Rohstoffe für alle Altersstufen.
Es ist also noch viel zu erwarten vom Kompetenzzentrum für nachwachsende Rohstoffe, dass auch seine Bedeutung für die Landwirtschaft behalten soll, die ja die nachwachsenden Rohstoffe für zukünftige Projekte liefern wird.