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Lastenverteilung

Klimawandel fordert alle

Regensburg
Markus Bauer
am Freitag, 22.11.2019 - 08:24

Regensburg: Landrätin und Ortsbäuerinnen treffen sich zum gemeinsamen Austausch.

Regensburg - Eine lange Tradition hat der Informationsaustausch zwischen den Ortsbäuerinnen des Bayerischen Bauernverbandes und der Regensburger Landrätin Tanja Schweiger (bzw. auch ihrer Amtsvorgänger). Anfang November fand im Großen Sitzungssaal des Landratsamtes wieder diese Zusammenkunft statt, bei der viele aktuelle Themen diskutiert und besprochen wurden.

„Dieser Termin ist mir sehr wichtig, denn es geht bei den Themen darum, gemeinsam die Herausforderungen zu meistern“, stellte die Landrätin in ihrer Begrüßung fest, wobei sie auch die vielen Schnittmengen und das „gute Miteinander zwischen Landratsamt und BBV“ betonte. Aber sie verwies auch auf die Zusammenarbeit mit den Kommunen und Naturschutzverbänden gerade bei den Themenfeldern Natur, Umwelt oder Biodiversität. Schweiger wandte sich gegen eine „weitere Spaltung der Gesellschaft“ und zollte den Bauern und Landfrauen höchste Wertschätzung für ihre tagtägliche Arbeit.

Klimawandel ist zentrale Herausforderung

Kreis- und Bezirksbäuerin Rita Blümel dankte der Landrätin für ihr „Herz für die Landwirtschaft und ihre stetige Gesprächsbereitschaft“. Als vordringlichstes Thema nannte Blümel den Klimawandel bzw. -schutz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. „Aber es trifft nur die Landwirtschaft, da hat sich viel bei uns aufgestaut“, beschrieb die Bezirksbäuerin die Situation. Für Landwirte sei mit die wichtigste Angelegenheit, die Höfe weiterzuführen und eine positive Zukunft für die junge Generation zu schaffen – „die Höfe weitergeben und nicht aufgeben!“ Der Klimawandel betreffe auch die Bauern (Unwetter, Trockenheit usw.), aber alle müssten im Sinne einer echten Nachhaltigkeit ihren Beitrag leisten, nicht alleine die Landwirtschaft. Diese trage zwar durch natürliche Emissionen auch zur CO2-Belastung bei, die aber „die Gesellschaft akzeptieren muss“, so die Bezirksbäuerin. „Wir schauen mit Mut in die Zukunft und wollen uns weiterentwickeln, aber nicht von der Gesellschaft diktieren lassen, was wir machen sollen“, fasste Blümel zusammen.

Etwas breiter diskutiert wurde über die Ökomodellregion Regensburg, die sich auf die Stadt und den Landkreis Regensburg erstreckt. Rita Blümel mahnte, die konventionellen Betriebe nicht zu vergessen und nicht nur Nahrungsmittel im Blick zu haben, sondern z. B. auch Holz. Für Landrätin Schweiger ist dieses Projekt eines von mehreren im Themenfeld Nachhaltigkeit bzw. Regionalität, worin ihr auch Kreisobmann Johann Mayer beipflichtete.

Einzelne Themen erläuterten Mitarbeiter der diversen Sachgebiete des Landratsamtes oder Landfrauen, von denen die Inhalte im Vorfeld vorgeschlagen worden waren. So ging es unter anderem um (Über)Breiten land- und forstwirtschaftlicher Fahrzeuge und einen Themenweg zwischen Sünching und Aufhausen im Rahmen des europäischen Pilgerwegs „Via nova“, bei dem Aspekte aus der Landwirtschaft im Mittelpunkt stehen sollen – mit geführten Wanderungen, Schautafeln und Betriebsbesichtigungen.

Angesprochen wurde die von den Regensburger Landfrauen schon seit längerer Zeit geforderte Aufnahme des Unterrichtsfaches „Alltagskompetenzen“ (u. a. auch Kochen) in den Schulfächerkanon. Hier würdigte die Landrätin besonders den Einsatz Blümels in dieser Sache. Straßen- und Grundstücksaspekte (soweit sie den Landkreis betreffen) wurden ebenso angesprochen wie die vorgeschriebenen unangemeldeten Kontrollen seitens des Veterinäramtes. „Wir machen das mit Augenmaß“, stellte Dr. Brigitte Santl, Sachgebietsleiterin Veterinärwesen und Lebensmittelhygiene, fest. Und Anna Maria Kitzinger meinte abschließend zu ihrem Beitrag über das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ bzw. zu einem die Bauernschaft sehr diskreditierenden Vortrag, dem sie zu Jahresbeginn beiwohnte: „Die artenreichsten Gärten haben die Bäuerinnen!“