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Öffentlichkeitsarbeit

Klare Antworten vom Biobauern

Keine Antwort schuldig geblieben: (v. l.) Bio-Bäuerin Sabine Alt bei ihren Ausführungen, mit dabei auch Bio-Königin Annalena I. (Mitte) und Julius Kuschel vom Team der Öko-Modellregion Regensburg (r.).
Markus Bauer
am Dienstag, 18.10.2022 - 13:36

Beim Herbstfest auf dem Bio-Donaumarkt standen unter dem Motto „Frag den Biobauern“ zwei Biobauern und eine Biobäuerin Rede und Antwort zum Thema Öko-Landbau.

Regensburg -  Auskunft gab außerdem die Bayerische Bio-Königin Annalena I., deren zweijährige Amtszeit mit diesem Auftritt zu Ende ging.

Federführend organisiert hatte diese Fragerunden im stündlichen Wechsel das Team der Öko-Modellregion Regensburg, für die Julius Kuschel die Gäste begrüßte und seine Einrichtung sowie den Bio-Donaumarkt kurz vorstellte. „Der Ausbau des regionalen Öko-Landbaus“ sei das zentrale Ziel, wofür Stadt und Landkreis Regensburg kooperieren. Als Erster stellte sich Biobauer Michael Beer vom Beerhof bei Bernhardswald den Fragen – vor allem von Schülerinnen und Schülern der Abschlussklasse der Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Regensburger Land.

Produkt-Positionierung im Einzelhandel schwierig

Sie wollten wissen, wann und warum Beer auf den ökologischen Landbau umgestiegen ist, wie hoch der Arbeitsaufwand ist, warum Bioprodukte oft teurer sind, woher das Futter für die Tiere kommt, wie der Alltag auf dem Biobetrieb aussieht und welche Tiere er hat.

Beer verwies auf seine Bio-Anfänge im Jahr 1999, heute ist sein Bauernhof ein zertifizierter Naturland-Betrieb, was neben den sowieso regelmäßigen Überprüfungen auch unangemeldete mit sich bringt. Besonders betonte der Biobauer die Fruchtfolge, insbesondere mit Kleegras und den dadurch auch besseren Humusaufbau.

Schwierig sei die Positionierung der Produkte im Lebensmitteleinzelhandel, da bestimmte Mengen vorausgesetzt würden. Bei der Viehzucht sind für ihn vor allem kurze Transportwege und der „geschlossene Kreislauf“ wichtig. Gerade diese Aspekte fördere die Öko-Modellregion, freute sich Beer. „Wir werden immer bio sein, d.h. mit dem Einklang leben, dass es den Tieren gut geht“, fasste der Biobauer zusammen.

Einblicke in den Bio-Obstanbau gab der Pionier auf diesem Gebiet, Alfons Vilser aus Alteglofsheim. Seit 2007 hat er dort seinen Bio-Landwirtschaftsbetrieb, die Beschäftigung mit Obst war bei ihm zunächst nur Hobby.

Bio-Obst dient auch der Sortenvielfalt

Doch der Bio-Aspekt war für ihn von Anfang an maßgeblich. Robuste Sorten sowie Kreuzungen zwischen diesen und auch Wildsorten sind für Vilser wichtige Faktoren. Insgesamt hat er rund 250 Obstsorten, jeweils zur Hälfte alte und neue Sorten. Am Herzen liegt ihm der Erhalt der Sortenvielfalt, was überall durch das Pflanzen von Obstbäumen gefördert werden könnte.

Die ökologische Form der Bewirtschaftung zeigt sich laut dem Bio-Obstbauern vor allem in der mechanischen und zum Teil händischen (Einsatz von Scheren) Bearbeitung, was letztlich aufgrund des Mehraufwandes auch die höheren Preise rechtfertige. Zudem könnten auf diese Weise nicht alle Schädlinge bekämpft werden, was zu weniger Ertrag führt.

Klimawandel macht sich beim Obst bemerkbar

Der Klimawandel mit entsprechenden Wetterveränderungen (Hagel, Spätfrost) wirkt sich zudem negativ auf das Obst aus bzw. muss mit Schutzmaßnahmen (z. B. Hagelnetz) kompensiert werden. Vom Obst zum Gemüse – über dieses Segment gab Sabine Alt vom Biohof Deinhart in Auburg (Gemeinde Barbing) Auskunft. Mit der Übernahme des elterlichen Betriebs im Jahr 2020 ging der Einstieg in den Anbau von Gemüse, darunter nicht alltägliche Sorten wie Ingwer oder Knoblauch, einher. Mittlerweile hat sich der Betrieb als Anbieter in der Region gut etabliert, auch bei größeren Abnehmern.

Als wesentliches Motiv für die biologische Bewirtschaftung ihres Betriebes nannte die Biobäuerin, mit dieser Art der Bewirtschaftung den Boden, die Flora und die Fauna zu erhalten, um sie bestmöglich an die nächste Generation zu übergeben, „so wie ja auch meine Eltern mir den Hof übergeben haben“. Das sehe Sabine Alt durchaus als eine wichtige Verpflichtung an.