Keine schmutzige Wäsche vorhanden

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Gerd Kreibich
am Montag, 27.08.2018 - 16:46

Landfrauen im BBV-Kreisverband Kelheim wollen nach Querelen wieder in ruhiges Gewässer.

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Es gibt keine schmutzige Wäsche, die bei uns gewaschen werden muss, wir haben uns nichts vorzuwerfen“: Das ist die klare Aussage des Kelheimer BBV-Kreisobmannes Thomas Obster angesichts von Diskussionen, Vorwürfen und Gerüchten, die in den letzten Wochen im Landkreis Kelheim aufgekommen waren. Nach dem Rücktritt der Kreisbäuerin Elli Kreitmeier Anfang August, den sie in einem Schreiben an Ortsbäuerinnen ausführlich begründet hatte, waren plötzlich Behauptungen im Raum gestanden, der Geschäftsführer des BBV in den Landkreisen Kelheim und Landshut, Alois Schweiger, habe bei der Abgabe der Steuerklärungen für die Landfrauenvereine in Kelheim und Landshut „geschlampt“ und über Jahre hinweg notwendige Steuererklärungen nicht abgeliefert.

Überprüfungen haben nichts Negatives ergeben

Dieser Behauptung trat der Geschäftsführer jetzt in einem Gespräch mit dem Landwirtschaftlichen Wochenblatt mit aller Deutlichkeit entgegen: „Die Landfrauenvereine verfolgen soziale Zwecke, der Kelheimer Verein hat in den vergangenen 20 Jahren über 60 000 Euro für wichtige und gute Zwecke zusammengebracht, vor allem mit dem Einsatz der Frauen beim Gillamoos und beim Gallimarkt, wo Kaffee und Schmankerl verkauft wurden“, macht er deutlich. Er selbst habe der Vereinsvorstandschaft geraten, diese Aktivitäten auch aus der steuerlichen Sicht überprüfen zu lassen. „Das wurde dann mit Hilfe von Fachleuten gemacht, es hat sich herausgestellt, dass Steuererklärungen abgegeben werden müssen, das haben wir getan und auch einen vierstelligen Betrag nachgezahlt“, so Schweiger. Dies sei aber kein ungesetzlicher Vorgang, alle offenen Fragen seien beantwortet und alle Prüfungen hätten ergeben, dass er selbst sich nichts zu Schulden habe kommen lassen. Dies bestätigt auch Kreisobmann Obster: „Alle Vorwürfe, die erhoben wurden, waren Thema bis in die Spitze unseres Verbandes, sie wurden überprüft und zwar sehr genau, denn ein Verband, der so im Licht der Öffentlichkeit steht wie der BBV kann sich hier keine Schwachstellen erlauben“, so der Kreisobmann. Dass die Überprüfungen nichts Negatives ergaben, habe ihn aber nicht verwundert: „Ich kenne diese Geschäftsstelle und ihre Mitarbeiter jetzt seit so vielen Jahren, da hat es nie etwas gegeben, ich habe volles Vertrauen zu Herrn Schweiger und seinem Team.“

Warum dann aber das Zerwürfnis, das dazu führte, dass die Kreisbäuerin und drei weitere Vorstandsmitglieder der Landfrauen zurückgetreten sind? Die stellvertretende Kreisbäuerin Rita Schultes kann es sich im Gespräch nicht erklären: „Wir waren völlig überrascht und geschockt, als der Rücktritt kam. Natürlich wird immer diskutiert, auch bei uns Landfrauen gibt es verschiedene Meinungen, aber wir konnten immer alles ausreden – uns ist das ein Rätsel“, da ist sie sich auch mit ihrer Vorstandskollegin Lisa Brunner einig.

Mit ihr hat sie jetzt nach der letzten Mitgliederversammlung die Führung des Landfrauenvereins übernommen, denn es soll sichergestellt werden, dass Gillamoos und Gallimarkt auch in Zukunft reibungslos mitgestaltet werden können.

Schweiger erklärt, dass er seine Aufgabe beim Landfrauenverein als erledigt ansieht: „Ich habe auf Bitten der Vorstandschaft die steuerlichen Angelegenheiten bis zur Erledigung begleitet, das ist jetzt alles geordnet, das ist auch gut so“, meint er. Doch die Vorwürfe gegen ihn selbst will er nicht einfach auf sich beruhen lassen: „Das geht schon an die Nieren, wenn man plötzlich mit der Behauptung konfrontiert wird, man habe schlecht, schlampig und zum Nachteil des Vereins gehandelt. Hier werde ich mir rechtliche Schritte vorbehalten, das bin ich auch meiner Familie schuldig, die sehr unter dieser Situation gelitten hat.“ Wann die Wahl einer neuen Kreisbäuerin im Landkreis Kelheim stattfindet, steht noch nicht fest.