Entscheidung

Keine Rodung für Gewerbegebiet

Wald
BLW
am Dienstag, 16.02.2021 - 09:52

Die Bürger in Weiden stimmten für das Aktionsbündnis Walderhalt und lehnten damit ein Gewerbegebiet ab.

Für ein 70 Hektar großes Gewerbegebiet in Weiden darf nicht, wie vorgesehen, eine große Waldfläche gerodet werden. Die Weidener haben dies jetzt bei einem Bürgerentscheid entschieden. Auch für ähnliche Projekte sieht Oberbürgermeister Jens Meyer in Zukunft keine Möglichkeit. Die Planung für das Gewerbegebiet werden jetzt gestoppt.

Für das Gewerbegebiet wären in mehreren Abschnitten 70 Hektar Wald gerodet worden. Der Oberbürgermeister sprach nach dem Entscheid von einem „eindeutigen Signal“ und „klarer Mehrheit“. Auch künftige ähnliche Projekte hält er auf Weidener Stadtgebiet nicht für durchsetzbar.

Am 14. Februar 2021 stand der Bürgerentscheid zum Gewerbegebiet "Weiden West IV" an. Das folgende Video erklärt, wie der Bürgerentscheid funktionierte:

 

Die Gegner des Projekts vom Aktionsbündnis „Walderhalt“ hatten im Jahr 2019 ein Bürgerbegehren angestrengt, das nun mit dem Ja zum Walderhalt endete. Sprecher Hans Riedlbauer sieht mehrere Gewinner, „allen voran das Klima und den Wald“.

Der BUND Naturschutz äußerte seine Freude über die Entscheidung: „Wir freuen uns über dieses landesweit bedeutsame Bürgervotum für den Natur- und Waldschutz, das mit Hilfe äußerst engagierter Ehrenamtlicher und einem breiten Bündnis mit weiteren Organisationen erzielt wurde“, sagte BN-Vorsitzender Richard Mergner. „Dies ist ein deutlicher Warnschuss für die Staatsregierung und die klare Forderung, den Verkauf von Staatswald für Gewerbegebiete grundsätzlich einzustellen."

Mehr als 65 Hektar Staatswald hätten vor einer Rodung gerettet werden können. BN-Landesbeauftragter Martin Geilhufe sagte: „Die Bürgerschaft hat sich nicht von den Versprechungen über Gewerbesteuereinnahmen blenden lassen, sondern mit deutlicher Mehrheit die politisch schon beschlossenen Pläne abgelehnt. Dies ist auch ein Signal an die bayerische Staatsregierung, den immer noch viel zu hohen Flächenverbrauch endlich wirksam zu begrenzen."