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Rottalschau

Karpfhamer Fest: „Do samma wieda“

Ausstellungsgelände 2019: Das Karpfhamer Fest ist eines der größten Volksfeste in Bayern sowie mit der Landwirtschaftsausstellung Rottalschau. Die Bilanz im Jahr 2019: mehr als 400 000 Besucher füllten die Ausstellungsstraßen, -hallen und auch das Volksfest mit den diversen Fahrgeschäften war sehr gut besucht, ein tolles Fest für die ganze Familie.
Helmut Süß
Helmut Süß
am Freitag, 19.08.2022 - 09:20

Jeder Landwirt in Bayern kennt das Karpfhamer Fest bzw. Rottalschau in Niederbayern. Karpfham ist Kult. Nun meldet sich das Karpfhamer Fest nach der zweijährigen Corona-Zwangspause zurück. Wir haben mit Gottfried Kopplstätter, Mitglied der Vorstandschaft des Vereins Karpfhamer Fest, dem Veranstalter, über die aktuelle Situation gesprochen.

„Do samma wieda“ – unter diesem Motto knüpfen das Karpfhamer Fest und die Rottal-Schau an alte Zeiten an. Gerade Ihre prägnanten bayerischen Slogans wie „Oans wie koans“ oder „Bleibt‘s Xund“, „Irgendeps geht oiwei“ oder letztes Jahr „Scho wieda koans“, bringen es immer wieder auf den Punkt. Wer hatte denn die Idee zu diesen einmaligen Sätzen?

Das entsteht bei uns in Teamarbeit. In Bayern nennt man das brainstorming glaube ich. Irgendjemand macht z. B. eine Bemerkung und der andere erkennt sofort „das wäre ein guter Slogan“. Und schon ist ein solcher Satz geboren. Außerdem haben wir externe Werbeberater, die auch immer wieder mit tollen Ideen zum Gelingen beitragen.

Die gesamte Veranstaltungsbranche inklusive der diversen landwirtschaftlichen Ausstellungen wurde extrem ‚gebeutelt‘. Wie haben Sie die letzten Jahre nicht nur finanziell überstanden?

In der sogenannten „harten Zeit“ hat uns die Nähe zu unseren Partnern sehr geholfen. Was wir in der Vergangenheit an Treue zu unseren überwiegend regionalen Dienstleistern und Lieferanten investiert haben, hat sich mehr als ausgezahlt. Auch die Besitzer der angepachteten Grundstücke zogen mit uns an einem Strang. Dies alles, gepaart mit maßvollem und vorausschauendem Wirtschaften in der für uns sehr erfolgreichen Vergangenheit lässt und gut aufgestellt in die Zukunft gehen.

Nun sind ja wieder Großveranstaltungen und Landwirtschaftsmessen möglich. Wie haben die vielen Aussteller der Rottalschau reagiert? Sind alle Stände bzw. die Ausstellungsfläche wieder ausgebucht?

Der Platzmeister des Festes, Manfred Freudenstein, zu dessen Aufgaben auch die Einteilung und Verteilung der Plätze gehört weiß zu berichten, dass die Nachfrage nach Ausstellungsfläche ungebrochen hoch ist. Dies zeigt die hohe Qualität der Messe. „Auch die Tatsache, dass man in Karpfham nicht die Quantität sondern die Qualität der Beschicker in den Vordergrund stellt garantiert dies. Unsere Aussteller sind praktisch handverlesen“

Auch das Wochenblatt hat in der Coronazeit nach Alternativ-Lösungen gesucht, um wenigstens ein bisschen Karpfham-Feeling ins Land zu bringen. Der Sonderteil stand unter dem Motto: ‚Karpfham im Hof-Office‘. Im Rückblick: Was haben Sie davon gehalten?

Eine hervorragende Idee. So blieb unsere Veranstaltung auch während der „karpfhamlosen“ Zeit stets präsent.

Dieses Jahr informieren wir die Leser wieder über Neuheiten oder Produktvorstellungen und Aktionen, aber die Landwirtschaftsfamilien wollen und brauchen den Kontakt vor Ort mit den Händlern etc. Können Sie das bestätigen bzw. können Sie schon in etwa den Besucheransturm einschätzen?

Wir rechnen mit einem großen Besucheransturm. Alle bisherigen Feste liefen überdurchschnittlich gut. Vor allem auf der landwirtschaftlich geprägten Rottalschau erwarten wir viele Besucher. Hier stimmen wir Ihnen voll zu. Die Leute wollen den Kontakt, das Fachgespräch, das direkte Begutachten der Maschinen und Geräte.

Ein ganz wichtiger Punkt ist dabei auch die Begegnung der Besucher untereinander. Das Treffen von Leuten mit gleichen Interessen, Sorgen und Fragen. Da wird diskutiert, geratscht oder auch nur geredet. Dazu ist ein Fest wie unser Kapfhamer bestens geeignet.

Neben der Fachausstellung Rottalschau lieben die Besucher natürlich auch das Karpfhamer Volksfest mit Brathendlgeruch und einer kühlen Maß Bier bei zünftiger Blasmusik. Wie sind die Rückmeldungen der Aussteller bzw. Festzeltbetreiber zum heurigen Karpfhamer Fest?

Ausstellung ausgebucht, Platzreservierungen in den Bierzelten ausgebucht, Bierzeichen Vorverkauf läuft wie geölt – Was will man mehr?

Gibt es irgendwelche Beschränkungen für die Besucher? Worauf sollte man sie eventuell hinweisen (evtl. Anreise/Parksituation)?

Es gibt bis jetzt noch keine Beschränkungen. Wir setzen hier auf die Vernunft jedes einzelnen Besuchers.