Umwelt

Kampf gegen den Borkenkäfer geht weiter

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Stephan Stöckel
am Montag, 08.03.2021 - 17:44

Das Problem ist noch nicht ganz im Griff. Doch wie es bei der Kronacher BBV-Kreisversammlung hieß, zeigen sich bereits erste Erfolge.

Kronach - Der Borkenkäfer hat in den vergangenen Jahren vielen Fichten im Landkreis Kronach den Garaus gemacht. Die Prognose von Dr. Michael Schmidt vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kulmbach fällt dennoch vorsichtig positiv aus: „Wir haben mit Unterstützung des BBV extrem viel erreicht, auch wenn wir das Problem noch nicht ganz im Griff haben.“

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Bei der digitalen Kronacher BBV-Kreisversammlung verwies Forstdirektor Schmidt, der das AELF in Kulmbach leitet, in diesem Zusammenhang auf das Sonderprogramm des Freistaates Bayern zum Erhalt der Schutzwälder, das seinesgleichen suche.

Aber mit einem Programm allein sei es nicht getan. Die tüchtigen Waldbesitzervereinigungen und Waldbauern im Landkreis Kronach hätten mit Unterstützung der Förster den Ball aufgenommen und bei der Beseitigung des Käferholzes hart angepackt. Schmidt warnte davor, sich auf den Lorbeeren auszuruhen: „Der Kampf ist noch lange nicht gewonnen. Uns steht ein neues Käferjahr ins Haus.“

Allerdings sei man besser vorbereitet als im vergangenen Jahr. Wenn dann auch noch die Witterung passe, es kühl und feucht werde, dann werde man das Käferproblem im Frankenwald in den Griff bekommen, zeigte sich der Fachmann vorsichtig optimistisch. Die Aufforstungen im nördlichen Teil des Landkreises mit seinen vielen kahlen Stellen könnten Forstverwaltung und Waldbauern dann gemeinsam angehen.

Weichen für die Zukunft stellen

Schmidt stellte fest: „Mit der gemeinsamen Agrarpolitik werden die Weichen für die Zukunft im ländlichen Raum gestellt.“ Er wünschte sich, dass Konflikte schnell ausgeräumt würden und in einen nationalen Strategieplan mündeten. Mit seinen Äußerungen hatte der Amtsleiter der Europaabgeordneten Ulrike Müller den Ball zugespielt, die den 65 Teilnehmenden bei der digitalen Versammlung einen Einblick in die Agrarpolitik gewährte. „Wir werden auf einen Kompromiss hinarbeiten, mit dem alle leben können“, versicherte Müller. Als eine Chance für die Landwirtschaft sah sie die nationalen Strategiepläne, die ein zentrales Elemente der Reform seien.

Sie ermöglichen eine Ausrichtung auf das jeweilige Land. Die Menschen in den jeweiligen Regionen wüssten am besten, sagte Müller, wie man Details in den nationalen Strategieplänen ausgestalte. Müller betonte, dass ihr eine nachhaltige, effiziente und produktive Landwirtschaft am Herzen liege. „Zudem will ich eine dauerhafte Stabilisierung der Einkommen, damit die bayerischen Bauern kein Geld verlieren.“
Kritisch zur Neuausrichtung der Agrarpolitik äußerte sich Kreisobmann Erwin Schwarz. Nahrungsmittelsicherheit sei für ihn „das A und O“. Mit dem Ziel, den Anteil der biologischen Landwirtschaft bis 2030 auf 25 Prozent zu erhöhen, gefährde man diese. „Sie wird zu mehr Nahrungsmittelimporten führen.“ Müller betonte, dass das von Schwarz aufgegriffene Beispiel nichts mit der gemeinsamen Agrarpolitik zu tun habe, sondern in den Bereich der Biodiversitätsstrategie gehöre. „Hier und bei der Farm-To-Fork-Strategie haben wir noch gravierende Baustellen“, stellte sie fest.
Eine solche ist für den Präsident des BBV Oberfranken, Hermann Greif, der Begriff des aktiven Landwirtes. Ihn treibt die Sorge um, dass die EU ein bürokratisches Definitionsmonster erschaffen könnten, bei dem Betriebe mit Biogasanlagen oder Urlaub auf dem Bauernhof zukünftig kein Geld mehr erhalten könnten. Müller versicherte, dass bei der Begriffsdefinition der jetzige Status Quo beibehalten werde.