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Berufnachwuchs

Jungbauern zimmern Umweltschutz

Nistkasten-GK
Hans Nöbauer
am Montag, 06.05.2019 - 12:26

Praktizierter Umwelt- und damit Naturschutz steht für die Studierenden auf dem Lehrplan.

„Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar: Alle Vögel sind schon da“ kleidete der deutsche Lyriker Hoffmann von Fallersleben schon 1835 ein alljährlich wiederkehrendes Naturereignis in Verse. Wohin aber mit all den gefiederten Wesen, die in immer dichter bebauten Wohngebieten, gerodeten Feldhecken und geschrumpften Streuobstbäumen immer weniger Platz für ihre kunstvoll gebauten Nester finden?

„Praktizierter Umwelt- und damit Naturschutz steht für die Studierenden der Landwirtschaftsschulen in Niederbayern schon lange vor dem öffentlichkeitswirksamen Bienenrettungs-Volksbegehren auf dem Lehr- und Stundenplan hinsichtlich artgerechten Verhaltens speziell auch gegenüber der bedrohten Vogelwelt“, verwies Landwirtschaftsoberrat Alfred Huber vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rottal-Inn auf eine „unterrichtliche Kernprämisse“ für Jungbauern, deren qualifizierter Ausbildungsweg größtenteils mit dem Landwirtschaftsmeisterexamen abgeschlossen wird.

Einen großen Studienstellenwert maß man neben einer fachlich fundierten Agrartheorie speziell auch einer sachlich-orientierten Naturpraxis in Feld, Wald und heimischer Hofflur als grundlegender Wirtschaftsform bei. Während eines Schultages zimmerten daher insgesamt 16 Jungbauern aus den Landkreisen Rottal-Inn, Passau sowie Dingolfing auf dem elterlichen Hof ihres Mitschülers Christoph Hofbauer in Auggenthal rund zwei Dutzend Nistkästen für die sonstigen „Höhlenbrüter“.
„Heimische Vogelwelt statt chemischer Keule: Vögel haben Schadinsekten zum Fressen gern“, lautete symbolisch das übergeordnete Lehr- und Lernziel der Nistkastenaktion zur großflächigen Realisierung praktizierten Umwelt- plus Naturschutzes auf vollbiologische Art und Weise unter maßgeblicher Mitwirkung der drei häufigsten heimischen Vogelarten Kohlmeise, Spatz sowie Kleinmeisen, beispielsweise dem Gartenrotschwanz mit zwei- und teilweise sogar dreifacher Jahresbrut und dementsprechend großem Nachwuchs.