Wilddichte

Jagdgenossenschaften: Mit Jägern auf Augenhöhe reden

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Gerd Kreibich Portrait
Gerd Kreibich
am Mittwoch, 22.04.2020 - 12:38

In Oberhöcking bei Landau a.d.Isar tagte noch kurz vor Beginn der durch das Coronavirus entstandenen Einschränkungen die Arbeitsgemeinschaft (Arge) der Jagdgenossenschaften des BBV in Niederbayern.

Landau a.d. Isar/Lks. Dingolfing-Landau - Bei dieser jährlich stattfindenden Sitzung ging es heuer schwerpunktmäßig um die Frage, mit welchen Jagdstrategien die überhöhten Schalenwildbestände im Revier in den Griff bekommen werden können.

„Damit wir mit den Jägern auf Augenhöhe diskutieren können, ist es von besonderer Bedeutung, dass die Jagdvorsteher auch die Grundzüge verschiedener Bejagungsstrategien kennen und verstehen,“ erklärte der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Hubert Hofmann.
Er hatte als fachkundigen Experten Philipp Bust aus dem Referat für Bauernwald und Jagd im BBV-Generalsekretariat eingeladen. Bust, der selbst mehrere Jahre als Berufsjäger tätig war, zeigte dann auch kompetent und vor allem auch sehr verständlich auf, wann die optimale Zeit z.B. für die Rehwildjagd ist.

Scharfe Bejagung zum Beginn der Jagdzeit

„Wichtig ist eine scharfe Bejagung zu Beginn der Jagdzeit im Mai sowie im September“, so Bust. In dieser Zeit sei das Rehwild besonders aktiv, aufgrund guter Äsung und optimaler Tageslichtlänge „sichtbar“ und somit leicht zu erlegen. Zu einem effizienten Jagdkonzept gehören für Bust aber auch beim Rehwild kurze Intervalljagden, Sammelansitze und Bewegungsjagden, vor allem aber auch die konsequente Entnahme weiblicher Stücke ist im Rahmen einer waldangepassten Jagd unentbehrlich.“
Besonders auf von Kalamitäten betroffenen Flächen und in den dauerroten Hegegemeinschaften sei ein beherztes Eingreifen das „Gebot der Stunde.“ Hier müsse im Interesse des notwendigen Aufwuches das Prinzip „Wald vor Wild“ auf jeden Fall im Vordergrund aller Betrachtungen und Diskussionen stehen. Hier sei, so Bust, auch die besondere Verantwortung der Jägerschaft einzufordern.

Resolution für Antworten auf den Klimawandel

Um auf die Herausforderungen durch Klimawandel und Kalamitäten reagieren zu können, formulierte die Arge eine Resolution mit verschiedenen Forderungen, wie den Waldumbau sowie den Aufbau und Erhalt klimatoleranter multifunktionaler Wälder gelingen kann.
Die Resolution umfasst Forderungen nach einer konsequenten Abschussplanerfüllung in den „dauerroten“ Hegegemeinschaften, eine Fortführung des Vegetationsgutachtens sowie auch regelmäßige Waldbegänge in den Jagdgenossenschaften und die Anlage von Weiserzäunen, wo diese nötig sind, um den Wald zu schützen. Die Resolution wird an die Verantwortlichen in der Politik gesendet.
Im Rahmen der Sitzung wurden auch verdiente ausscheidende Vorstandsmitglieder geehrt. Der stellvertretende Bezirkspräsident des Bayerischen Bauernverbandes in Niederbayern, Alois Bauer, richtete seinen Dank an Max Kastenhuber und Alfons Hack für ihre jahrelange konstruktive Arbeit auf Bezirks- und Landkreisebene.
So war z. B. die Einführung des Wald-Wild-Preises im Landkreis Rottal-Inn durch Max Kastenhuber eine Initiative, die im Laufe der Jahre bayernweit Schule machte und wichtige positive Akzente zum Schutz heimischer Wälder setzen konnte, weil damit positive Beispiele gelungener Waldwirtschaft ins Licht der Öffentlichkeit gebracht wurden. Gerd Kreibich