Konferenz

Ins Netz ohne weiße Flecken

Smartphone bei der Feldarbeit
BLW
am Donnerstag, 22.04.2021 - 11:53

Die Bezirksversammlung des BBV Oberpfalz befasst sich mit Lücken im ostbayerischen Mobilfunknetz und mit Forderungen zur Bundestagswahl. Zum Tag des offenen Hofes sind Kurzvideos für virtuelle Einblicke geplant.

Die aktuelle Mobilfunkversorgung beschäftigt die Kreisobmännern und Kreisbäuerinnen der Oberpfalz. Anlass war eine von der Handwerkskammer in Auftrag gegebene Studie, in der noch ein großer Nachholbedarf bezüglich einer flächendeckenden Mobilfunkversorgung in der Oberpfalz ermittelt worden ist.

Anton Huber vom BBV-Generalsekretariat informierte über die verschiedenen Anwendungsgebiete, die im Stall und auf den Feldern eine gute Mobilfunkversorgung benötigen, angefangen von der automatischen Spurführung über Entwicklungen zur Optimierung und damit Reduzierung des Dünge- und Pflanzenschutzmittel-Einsatzes bis hin zu neuen Hackgeräten und Motorsteuerungen zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauches.

Ohne funktionierenden Mobilfunk geht es nicht

Die Teilnehmer waren sich darin einig, dass eine flächendeckende Mobilfunkversorgung mit 4G bzw. 5G für die Land- und Forstwirtschaft in der Oberpfalz dringend notwendig ist. Die vielen noch vorhandenen „weißen Flecken“ in der Mobilfunkversorgung müssen beseitigt werden.

Rita Blümel

Bezirksbäuerin Rita Blümel berichtete über den Auftritt der Landfrauen in den neuen Medien und über weitere Aktivitäten zur Öffentlichkeitsarbeit. Sie rief dazu auf, von den eigenen Höfen Kurzvideos zu erstellen, um so zum Tag des offenen Hofes virtuelle Einblicke in die landwirtschaftlichen Betriebe zu ermöglichen.

Des Weiteren sollen über das Projekt „Schule fürs Leben“ die Schülerinnen und Schüler in der Grundschule und in weiterführenden Schulen über die regionale Landwirtschaft informiert werden. „In der Oberpfalz haben sich viele Bäuerinnen und Bauern bereit erklärt, in diesem Projekt mitzuwirken und in Vorträgen und Hofführungen über ihre Arbeit zu informieren, sobald dies wieder möglich ist“, freute sich die Bezirksbäuerin.

Zukunftssorgen auf den Bauernhöfen

In der virtuellen Zusammenkunft ging es auch um die aktuellen Zukunftssorgen auf vielen Bauernhöfen. Einerseits werden die gesellschaftlichen Erwartungen an die Landwirtschaft im Hinblick auf Biodiversität, Umwelt- und Insektenschutz sowie beim Wohlergehen der Nutztiere immer größer, die Auflagen und Verbote nehmen entsprechend zu, andererseits sind viele Mitbürger nicht bereit, auf kostengünstige Billigangebote zu verzichten, stellte Präsident Wutz fest-

Josef Wutz BBV

„Dies ist auch für viele Bauernfamilien in der Oberpfalz eine große Herausforderung. Wir brauchen wieder echte Zukunftsperspektiven für unsere Betriebe auf der Basis einer fairen Partnerschaft mit Politik und Gesellschaft. Unlautere Handelspraktiken im Lebensmittelhandel und Dumpingpreise zu Lasten der Erzeuger müssen der Vergangenheit angehören.“

In einem 10-Punkte-Katalog wurden in diesem Zusammenhang die Kernanliegen für die Bundestagswahl zusammengestellt. Neben der Wahrung des Eigentums und der Stärkung der bäuerlichen Familienbetriebe werden darin auch eine praxistaugliche Weiterentwicklung der Tierhaltung und eine stärkere Berücksichtigung der Land- und Forstwirtschaft als Teil der Lösung im Klimaschutz gefordert. Man war sich darüber einig, dass der Beitrag der Land- und Forstwirtschaft als Wirtschaftsfaktor im Ländlichen Raum, die Sicherung der Ernährung auch in Krisenzeiten und die vielfältigen Leistungen im Tier- und Umweltschutz in öffentlichen Diskussionen viel zu wenig wahrgenommen werden. In den nächsten Wochen sollen die Kernanliegen des Berufsstandes mit den verschiedenen Parteien diskutiert werden.