Öffentlichkeit

Imagepflege: Ackerbau sichtbar machen

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Josef Heisl
am Mittwoch, 27.05.2020 - 08:38

Der BBV hat eine beispielhafte Pilotaktion an vielbefahrenen Radwegen gestartet.

Passau - Neuerdings vor allem durch batteriebetriebene Hilfsmotore, speziell jedoch wegen allseits spürbarer Tendenz zur sportlichen Freizeitgestaltung an frischer Luft und in freier Natur: Rad- fahren boomt nach aktuellen Trendmeldungen wie nie zuvor. Eine wesentliche Voraussetzung dafür bilden in erster Linie flächendeckende kraftfahrzeugfreie Radwege mit übersichtlicher Beschilderung über Streckenführung, Zwischenstationen sowie lohnende Sehenswürdigkeiten – und letztere gibt es im unteren Rott-, Inn-, Vils- und Ilztal in besonderer Vielfalt.

Diese „Gesamtsituation“ brachte den Unterschwärzenbacher Landwirt Armin Kaiser während seiner Feldbearbeitung direkt neben der neu geschaffenen und stark frequentierten Radlertrasse zwischen der Aumühler Rottbrücke und Kreisstraßen-Überführung am Kreuzkeller Richtung Tettenweis auf den praxisorientierten Gedanken, den „Pedalrittern“ sämtlicher Altersschichten mit informativen Feldfrucht-Schautafeln ein farbiges Naturerlebnis zu vermitteln. Tatkräftig unterstützt wurde die gute Idee des Bauernverbands-Mitglieds auf Anhieb vom Tettenweiser BBV-Ortsobmann Markus Gerauer, der auch die nötigen Verbindungen knüpfte.

BBV Passau sorgt für professionelle Gestaltung

Auf der Passauer Dienststelle des Bayerischen Bauernverbandes hauptberuflich als „Sozial-Fachberaterin und Pachtrechts-Fachfrau“ tätig, nutzte Regina Silbereisen nach ihrer fundierten Agrarausbildung an der Fachhochschule Weihenstephan auch das hier erworbene Marketing-Knowhow zur praxis- und verbraucherorientierten Umsetzung der Idee mittels übersichtlich gestalteter Feldfrucht-Schautafeln.

Und dabei „blüht“ den vorbeikommenden Radlfahrern vom Kindes- bis zum Seniorenalter im wahrsten Sinne einiges: „Mit Blühflächen und bienenfreundlichen Pflanzen sorgen Bäuerinnen und Bauern dafür, dass Bienen samt weiteren Insekten und Wildtieren Nahrung samt geeignetem Lebensraum finden“, formulierte Silbereisen ihren „Sympathie-Werbetext“ auf einem kunterbunten Blühstreifen-Hintergrund.
Darüber hinaus könnten sich Radfahrer wie Wanderer, die sich selbst für Artenvielfalt einbringen wollten, beim eigens aufgeführten Landwirt zur Aktionsunterstützung melden.

Landwirtschaft wird verständlich gemacht

Durstige Seelen, die neuerdings wieder in Wirtsgärten und auch Gasthäusern einkehren könnten, wird beispielsweise das Bierbrauen mit 8000 Jahre alten Getreidesorten mit dem Hinweis in Erinnerung gerufen, dass aus einem Quadratmeter Gerste immerhin zweieinhalb Maß Bier gebraut werden könnten. Informiert wird auch zum „Kraftpaket Mais“ mit seinem niedrigen Pflanzenschutzmittel-Verbrauch, der Bedeutung für die Ernährung ebenso wie für die Herstellung nachhaltiger Produkte.

Rückbesinnung auf regionale Qualität

„Mit den behördlich angeordneten Kontakt- und damit auch Mobilitäts-Beschränkungen geht während monatelanger Krisenzeiten in weiten Kreisen der Bevölkerung eine spürbare Rückbesinnung auf qualitativ hochwertige Regionalprodukte teilweise sogar direkt vom Erzeuger einher“, konstatierte BBV-Kreisobmann Hans Koller ein diesbezügliches Umdenken, das letztlich auch großes Vertrauen der Verbraucher in die bodenständige Landwirtschaft beweise.
Mit der anschaulich gestalteten Plakataktion, die der Passauer BBV-Kreisverband nicht nur außerordentlich begrüßt, sondern bei der Poster-Herstellung auch finanziell unterstützt, beschreite Sozialfachberaterin Silbereisen einen konstruktiven Weg, die heimische Bevölkerung ganz gezielt für Regionalprodukte zu sensibilisieren und zu motivieren, betonte Kreisobmann Koller beim Ortstermin an den neuen Tafeln. Und er war voll des Lobes über die Idee, die zum Pilotprojekt für ganz Niederbayern werden könnte: „Das wäre eine gute Sache im Sinne eines konstruktiven Dialogs mit den Verbraucherinnen und Verbrauchern.“

Die Poster gibt es für Landwirte kostenfrei

Die gut 100 kostenfrei bereitgestellten Poster könnten BBV-Mitglieder beim Passauer Landwirtschaftsamt in der Innstraße 71 abholen. Die Tafeln sollten flächendeckend an markanten Rad- und Wanderwegstellen jeweils passend zum Flurmotiv und entsprechend zu den angebauten Feldfrüchten aufgestellt werden.