Verschmutzungen

Hundekot in Feldern sorgt für Ärger

Hundekot
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Externer Autor
am Mittwoch, 31.03.2021 - 17:59

Kothaufen auf landwirtschaftlichen Flächen in der Oberpfalz nehmen weiter zu. Nun soll eine spezielle Kampagne Abhilfe schaffen.

Verschmutzte Futterflächen und Grünanlagen – und immer mehr des Drecks ist Hundekot. Auch und gerade in der nun seit über einem Jahr dauernden Coronapandemie hat dies stark zugenommen. Grund genug für den BBV Regensburg, bei einem Ortstermin auf diese Problematik hinzuweisen und die Öffentlichkeit darüber zu informieren.

Die Thematik ist ja nicht neu. Doch unter den Corona-Bedingungen und gerade jetzt im Frühjahr, wenn der Wuchs und die Entwicklung der Natur beginnen, bedarf es einer erneuten Sensibilisierung. Nicht weit weg von der Straße, die von Bruckbach nach Lohhof führt, liegt auf der von Landwirt Josef Heimerl betreuten Wiese – zwar nicht auf den ersten Blick zu sehen – ein Hundehäufchen.

Hundehalter mit wenig Problembewusstsein

Das kann vielerlei Auswirkungen mit sich bringen. „Im Winter ist das Spazierengehen, auch mit dem Hund, nicht das Problem. Doch jetzt im Frühjahr, bei der Naturentwicklung, schießt das Gras nach oben, das später als Futter für das Vieh dient“, beschrieb BBV-Kreisobmann Johann Mayer die Situation.

Und da derzeit immer mehr Menschen mit Hunden, zum Teil auch in weiteren Regionen, unterwegs seien und nicht selten auch Erfahrungen zu diesen Aspekten fehlten, würden Hundekot und Verschmutzungen zunehmen. „Viele Menschen sehen in erster Linie ihren Hund, deren Hinterlassenschaft wird dann nicht als Problem wahrgenommen.

Keime können auch Krankheiten verursachen

Im Hundekot können sich aber krankheitserregende Keime befinden. Diese Bakterien können später im Futter beim Rind zu allergischen Reaktionen führen“, beschrieb der Kreisobmann die Folgen, die den Tod des Tieres mit sich bringen können.

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In anderen Fällen riechen Kühe von weitem mit Hundekot verunreinigtes Heu und fressen es nicht, was für den Bauern einen Verlust von Futter bedeutet. „In der Vegetationszeit darf der Hund nicht in der Wiese bleiben“, forderte Mayer. Er warf den Blick auch auf den Wald, wo Hunde nicht selten in das „Heimatterrain des Wildes“ eindringen. In keinster Weise sei das mit Tierliebe zu vereinbaren.

Als „Problem für die Landwirte und für Grundstücksbesitzer allgemein“ bezeichnete Irmgard Sauerer, Brennbergs Bürgermeisterin, diese Angelegenheit. Besonders auf der Burg und in der Nähe der Parkplätze habe es massiv zugenommen. Angesichts der aus Plastik bestehenden Hundetüten für die Hinterlassenschaften ergebe sich ein doppelter Ärger: Hundekot im Futter und Plastik im Boden – sogar im Landschaftsschutzgebiet.

Für die Gemeindechefin gibt es nur eine Lösung: die Hundehalter haben die Pflicht, den Kot ihrer Hunde mitzunehmen und ordentlich zu entsorgen. Darin stimmte ihr Johann Mayer uneingeschränkt zu. Die Rathauschefin fasste zusammen: „Viele Leute haben heute einen Zweit- oder sogar Dritthund. Es geht nicht darum, sie auszusperren. Wir wollen die Grenzen aufzeigen und das Bewusstsein schärfen. Insgesamt geht es nur durch ein Miteinander – ehrlich und sorgsam mit dem Thema umzugehen.“

Bauernverband hilft bei besserer Information

Auf kleinteilige Abfälle auf Wiesen, die ins Futter gelangen können, wies Josef Wittmann, BBV-Kreisgeschäftsführer in den Landkreisen Regensburg und Schwandorf, hin. Vor allem spitzige Gegenstände könnten beim Rind die Pansenhaut in Mitleidenschaft ziehen.

Interessierte Landwirte können gelungen gestaltete Plakate und Flyer zu diesem Thema beim Bayerischen Bauernverband anfordern und an betroffenen Flächen anbringen bzw. das Infomaterial an Hundebesitzer und Gassi-Geher verteilen. Denn ab jetzt bis zur Ernte sind Verschmutzungen aller Art auf Feldern, Wiesen und im Wald absolutes Tabu, darin bestand Einigkeit. Markus Bauer

Ärger mit dem großen Geschäft

Josef Heimerl, Landwirt: „Beim Mähen und Häckseln kann man nicht mehr feststellen, woher die Verunreinigungen kommen. Es ist keine Rückverfolgung oder Zuordnung mehr möglich. Und das Plastik von Kotbeuteln versinkt nach dem Zerhäckseln im Boden. Da in letzter Zeit zunehmend Leute mit mehreren Hunden unterwegs sind und außerdem der Freizeitdruck wächst, spitzt sich die Lage zu: die Hinterlassenschaften sind gewaltig. Und nicht zu vergessen sind die Stecken, die die Hundebesitzer werfen, damit sie die Hunde suchen und ihnen bringen. Zuletzt bleiben diese Stecken liegen, und wir müssen sie vor dem Mähen einsammeln. Auch hinsichtlich des Hundekots sind die zu bearbeitenden Flächen zuvor abzugehen.“

Andreas Adlhoch, Landwirt: „Zum Tierwohl gehören drei Aspekte: die Haltung der Tiere, der Umgang mit den Tieren und die Fütterung der Tiere. In der öffentlichen Diskussion ist fast nur von der Haltung der Tiere die Rede. Dabei macht die Fütterung 50 Prozent aus. Leichte Stoffwechselstörungen durch verunreinigtes Futter können beim Tier schon schwere Folgen haben, ja bis zum Tod führen. Das passiert immer öfter, das ist ein großer wirtschaftlicher Schaden für den Bauern.“