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Bilanz

Hopfenanbau - Eine vergleichsweise gute Lage

HVG-Versammlung
Helga Gebendorfer
am Donnerstag, 21.02.2019 - 12:57

Vertreterversammlung der Hallertauer Hopfenverwertungsgenossenschaft

Mainburg/Ndb. „Wir können mit dem wirtschaftlichen Ergebnis aus dem Wirtschaftsjahr 2017/18 sehr zufrieden sein“, zog Dr. Johann Pichlmaier, Vorstandsvorsitzender der Hopfenverwertungsgenossenschaft (HVG), bei der Vertreterversammlung in der Stadthalle Mainburg ein positives Fazit. Nach seinen Worten sind wesentliche Verwerfungen in Bezug auf den Hopfenexport derzeit eher unwahrscheinlich. Der Weltbierkonsum ist laut den Ausführungen 2017 gegenüber dem Vorjahr mehr oder weniger stabil geblieben. 2017 lag die Welthopfenernte mit 119 000 t um gut 5 % über dem Vorjahr. Mit rund 41 500 t wurde in Deutschland 3 % weniger geerntet als im Vorjahr und auch die Alphasäurewerte lagen durchweg unter dem langjährigen Durchschnitt.

Der HVG-Vorstandsvorsitzende rechnete aktuell aufgrund der Marktlage wirtschaftlich mit einem eher schwierigen Jahr. „Das Hopfenjahr 2018 wird als problematisches Jahr in die Geschichte eingehen. Denn Trockenheit und Hitze haben dem Hopfen deutlich zugesetzt. Und das nach einer bereits schwachen Ernte im Jahr zuvor“, fasste er rückblickend zusammen. Die Hektarerträge lagen im Durchschnitt über alle Sorten mit einem Minus von 5 % zum langjährigen Mittel gar nicht so schlecht. Ausnahmslos enttäuschten aber die Alphasäurewerte – mit einer Gesamtalphasäuremenge von knapp unter 4000 t rund 20 % weniger als im Durchschnitt.
„Das Ganze hatte natürlich Folgen für den Markt“, stellte Pichlmaier fest. Demnach kam es auf Seiten der Hopfenpflanzer bei den Aromahopfen teilweise zu Abzügen wegen geringer Alphawerte und bei den Bitterstoffen zu erheblichen Unterlieferungen der bestehenden Kontrakte. „Über die verfügbaren Freihopfenmengen und Umschichtungen von Kontraktmengen wird es letztendlich gelingen, alle unsere Kunden mit ausreichend Hopfen zu beliefern bzw. zufrieden zu stellen“, betonte der Vorstandsvorsitzende „Die diesjährige Ernte zeigt einmal mehr, welche Risiken mit der Hopfenvermarktung verbunden sind und dass man gut beraten ist, ausreichende Rückstellungen zu bilden“, bemerkte er.
„Wir befinden uns in einer Zeit, in der es wirtschaftlich auf unseren Betrieben vergleichsweise gut läuft, dank besserer Preise und langjähriger Vorkontrakte. Doch diese helfen uns wenig, wenn der Hopfen nicht wächst“, stellte Aufsichtsratsvorsitzender Adolf Schapfl fest. Der Klimawandel und die zum Teil überzogenen Restriktionen in den Bereichen Pflanzenschutz und Düngung stellen die Hopfenpflanzer immer mehr vor große Herausforderungen.
Bei den turnusgemäßen Wahlen wurden in den Aufsichtsrat Jörg Kamprad aus dem Anbaugebiet Elbe-Saale, Stefan Arnegger aus Tettnang sowie Anton Schlagbauer und Georg Lutz aus der Hallertau wiedergewählt. Für Johann Hagl folgte Robert Drexler aus Riedhof.