Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Aktion

Heimatinitiative: Erfolg mit einem Packerl

Unternehmen_b
Gerd Kreibich Portrait
Gerd Kreibich
am Donnerstag, 16.04.2020 - 10:55

Verein „HeimatUnternehmen“ motiviert Landwirte in Niederbayern.

HeimatUnternehmen zwischen Isar und Inn – so heißt der Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die vielen kreativen Köpfe, die „Macher“ in der Region Niederbayern zu vernetzen und bei ihren Herzensprojekten zu unterstützen. Dafür hat der Verein jetzt auch eine Projektbegleiterin: Regina Westenthanner aus Johannesbrunn bei Landshut wird vom Amt für ländliche Entwicklung unterstützt und begleitet die Vereinsmitglieder.

Dabei kann es sein, dass ein Konzept erarbeitet oder ein Bankgespräch vorbereitet wird oder einfach ganz ehrlich über persönliche Herausforderungen gesprochen wird. „Wichtig ist, dass ich und der Vereinsvorstand immer individuell auf die Menschen zugehen, dass wir sie abholen, wo sie sind, um gemeinsam mit ihnen ihren Weg finden. Wir helfen ihnen praktisch von ihrem A zu dem B, zu dem sie wollen“, sagt Westenthanner. Allein dies zu definieren sei oft eine „harte Nuss“, aber sobald die Klarheit hier bestehe, laufe vieles danach ganz einfach und selbstverständlich. Wichtig für ein HeimatUnternehmen ist es ihrer Meinung nach, „den eigenen Traum zu leben, aber dabei realistisch zu sein“.

Vereinsstammtische gibt es jetzt auch virtuell

Ein wichtiger Teil der Kommunikation sind die Stammtische, wie die Vorsitzenden Mia Goller aus Diepoltskirchen und Andreas Engel aus Bodenkirchen erklären: „Hier wird sich ausgetauscht und oft kommen wir zusammen auf tolle Kooperationen und neue Ideen“, betont Goller, die auch betont: „Wir erwarten von unseren Mitgliedern Flexibilität, daran müssen wir uns selbst natürlich jetzt auch halten. Also gibt es die Stammtische auch in Corona-Zeiten weiterhin und zwar im Internet.“

Viele Direktvermarkter sind schon mit dabei

Zu den bislang bereits 30 Mitgliedern gehören eine Geigenbauerin genauso wie ein Videokünstler, ein Fotografenpaar oder ein Solarstrom-Erzeuger, und vor allem auch eine Reihe Landwirte sind darunter. „Die Direktvermarkter erleben gerade eine sehr aufregende Zeit. Einerseits sind natürlich die Hygieneauflagen noch höher geworden und die Unsicherheit durch Corona ist für alle belastend. Auf der anderen Seite sind die regionalen Lebensmittel so gefragt wie noch nie“, erklärt Mia Goller. Die Zeit sei jetzt reif, um sich mit der eigenen Ernährung und dem persönlichen Konsumverhalten auseinander zu setzen. „Es ist doch richtig gut, was für tolles Essen bei uns vor der Haustüre angebaut und erzeugt wird. Man muss es nur wissen und auch dazu sind wir da“, betont Projektmanagerin Regina Westenthanner.

Wichtige Informationen rund um die Nothilfen

Der Verein „HeimatUnternehmen“ hat in den vergangenen Wochen oft Ängste aufgefangen und gemeinsame Möglichkeiten in der Krise gesucht. „Nach unserem ersten virtuellen Stammtisch haben viele gesagt, wie gut ihnen dieser Austausch in einer schwierigen Zeit getan hat“, so Westenthanner.
Die Mitglieder haben bei dem virtuellen Trefffen aber auch viele Informationen zu den Nothilfen bekommen und gemeinsam an neuen Projekten gearbeitet. Was dabei herausgekommen ist, ist unter anderem das Packerl „Zwei Kilo Glück“, das zwei Betriebe gemeinsam anbieten. Sie verschicken auf Bestellung ein Paket, das man zu sich nachhause oder zu seinen Liebsten schicken lassen kann. Darin sind die wichtigsten Lebensmittel für eine gute Brotzeit – direkt vom Erzeuger. Die Idee dazu hatten die beiden HeimatUnternehmer Karin Neumeier (Voglhof in Dietersburg) und Thomas Jetzlsperger (Garnecker Freiheit in Reut) beim gemeinsamen Gespräch. Im Stammtisch hatten die Teilnehmer zuvor die Möglichkeiten von „niederbayerischen Notfallpaketen“ ersonnen, damit die Verwandtschaft auch was „Gscheids“ auf den Tisch bekommt. Daheim wurde dann weitergesponnen und es kam Einiges dabei heraus.

Zusammen kann man gute Ideen entwickeln

Für Vorsitzende Mia Goller sind solche Aktionen bezeichnend für den Geist der HeimatUnternehmen: „Sich zusammentun, gemeinsam etwas ausarbeiten, mit guten Ideen an den Kunden herantreten und dabei gern auch Spaß haben – das ist ein Prinzip, mit dem viele unserer Mitglieder gut arbeiten und das sie auch hervorhebt. Sie sehen in der Krise immer auch eine Chance und hinterfragen sich und die eigenen Möglichkeiten. Dass wir sie dabei mit dem Verein beraten und unterstützen dürfen, ist uns eine echte Ehre“, so Goller, die aber auch den Grundsatz des Vereins deutlich macht: „Wir können nur für den Aufwind sorgen, fliegen müssen sie dann selbst. Und das tun sie gerade mit Bravour.“
Goller macht deutlich „Unsere Initiative soll Heimat sein, für diejenigen, die unsere Heimat wertvoll machen. Das schafft für die ganze Region einen Mehrwert, so Goller. Wer sich für das Leben auf dem Land entschieden hat, „der findet aber bei uns ein innovatives Netzwerk, das ihn unterstützt und auffängt.“ Denn klar sei: „Die Zeit ist gerade jetzt reif für viel mehr Region“. Gerd Kreibich