Engagement

Der Heimat verpflichtet

Eleonore Ladebeck
am Freitag, 17.07.2020 - 08:13

Michael Klampfl ist Bürgermeister und Kreisobmann.

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Ich bin wohl einfach kein Stadtmensch“, sagt Michael Klampfl, Bürgermeister von Außernzell, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes in Deggendorf und vor allem „Landwirt mit Leib und Seele“.

Mit seinen vielfältigen Aufgaben und Funktionen kann er als Beispiel gelten für die vielen Bäuerinnen und Bauern, die sich im ländlichen Raum gesellschaftlich engagieren.

Michael Klampfl betreibt auf seinem Betrieb eine Färsenmast, eine landwirtschaftliche Fläche von 35 ha will bearbeitet werden. Als sein Vater starb, war er gerade sieben Jahre alt. Die elterliche Landwirtschaft zu übernehmen, Bauer zu werden, das stand für ihn bald fest und er blieb sich in seinem Berufswunsch treu.

Michael Klampfl absolvierte eine Landwirtschaftslehre, schon bald folgte die Meisterprüfung. Neben seiner Landwirtschaft baute er einen Betrieb für Klauenpflege auf, der heute noch existiert.

Großer Wert auf Tierwohl und schonende Schlachtung

Als Landwirt war er bei sinnvollen Entwicklungen immer „vorne mit dabei“: 2013 baute er seinen Stall in einen Freiluftstall um und begann mit der Aufzucht von Färsen.

In Metzgermeister Josef Steinleitner aus Pleinting fand er einen Partner, der wie er größten Wert auf das Tierwohl legt, ob bei der Haltung und Fütterung oder bei kurzen Transportwegen und schonender Schlachtung.

Klampfl wiederum legt auch auf die Zusammenstellung des Futters im Sinne der Nachhaltigkeit großen Wert und daher stammt es ausschließlich aus eigenem Anbau.

Die Nachfrage nach dem besonders zarten Färsenfleisch wurde immer größer, sodass er 2015 einen weiteren Offenstall, diesmal außerhalb seines Dorfes errichtete, womit er die Zahl der Tiere auf ca. 80 Stück erhöhen konnte.

In den luftigen, hellen Stallungen kann sich das Fleckvieh auf strohbedecktem Boden nach Lust und Laune frei bewegen oder auch ruhen und das im Sommer wie im Winter – versorgt mit Futter aus eigenem Anbau aus nachhaltiger Bewirtschaftung.

Aber auch als Waldbauer ist der Landwirt gefordert – leider eine derzeit aufwendige Arbeit, da der Borkenkäfer auch seinen Wald schwer geschädigt hat. Immer noch ist er mit dem Fällen der befallenen Bäume beschäftigt.

Politisches Engagement schon in der Jugend

Neben der Land- und Forstwirtschaft war Klampfl schon in jungen Jahren politisch interessiert und engagiert. Mit 17 Jahren trat er der CSU bei und mit 26 Jahren war er bereits Mitglied des Gemeinderates von Außernzell, seit 2008 ist er Erster Bürgermeister der Gemeinde, die Teil der Verwaltungsgemeinschaft Schöllnach ist. Seit 2014 ist Michael Klampfl Mitglied des Kreistages.

Außerdem ist er aktiv bei der Feuerwehr, Schriftführer im CSU-Kreisverband, Verbandsrat beim ZAW Donau-Wald, CSU-Ortsvorstand, stellvertretender Kreisvorsitzender in der Arbeitsgemeinschaft für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten der CSU, Vorstandsmitglied im Maschinenring, stellvertretender VDK-Ortsvorsitzender, Mitglied bei allen Ortsvereinen – oder zumindest bei fast allen: „Beim Frauenbund konnten sie nichts mit mir anfangen“, sagt Klampfl schmunzelnd.

Die Familie hält ihm den Rücken immer frei

Dass er Politik, Verbandsarbeit und Landwirtschaft so gut unter einen Hut bringen kann, das ist bei Klampfl gewissermaßen „Familiensache“. Er ist verheiratet mit seiner Frau Rosi und Vater von drei Töchtern: Barbara und die Zwillinge Christiane und Teresa.

Obwohl Rosi Klampfl in der Verwaltung des Robert-Koch-Gymnasiums arbeitet, und Tochter Barbara und ihr Mann beide Lehrer sind, helfen alle auf dem Hof mit. „Nur wenn einem die Familie zur Seite steht, dann kann man sich auch in anderen Bereichen engagieren“, ist Michael Klampfl überzeugt.

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Liebe Leserinnen und Leser,

dies ist leider der letzte Artikel von Eleonore Ladebeck, der im Landwirtschaftlichen Wochenblatt zu lesen ist. Eleonore Ladebeck ist am 4. Juli an den Folgen eines schweren Sturzes verstorben. Die Ostbayernredaktion des Landwirtschaftlichen Wochenblattes hat mit Eleonore Ladebeck eine engagierte, zuverlässige und freundliche freie Mitarbeiterin verloren, die sich großes Ansehen erworben hat.

Unser Mitgefühl gilt jetzt ihren Angehörigen. Das Landwirtschaftliche Wochenblatt wird Eleonore Ladebeck in guter Erinnerung behalten.