Schafe

Hauptversammlung der Niederbayerischen Schafhalter

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Helga Gebendorfer
am Montag, 09.03.2020 - 14:14

„Hinter uns liegt eigentlich ein sehr gutes Jahr“, zog Vorsitzender Helmut Knöll bei der Jahreshauptversammlung der Vereinigung Niederbayerischer Schafhalter im Vilstaler Hof Bilanz.

Rottersdorf/Lks. Lks. Dingolfing-Landau - Nach seiner Information hat es zur richtigen Zeit und ausreichend geregnet, so dass der Aufwuchs für die Tiere ausreichte. Leider verlief der Lämmerverkauf anfangs sehr schleppend, doch ab Dezember ging es aufwärts. „Jetzt sind auch die Preise wieder in Ordnung und sogar steigend“, gab er Auskunft. Für die Zukunft hoffte Knöll, dass die Witterung in diesem Jahr erneut passt. Die Grußwortredner Xaver Nürnberger, 3. Bürgermeister von Landau, Petra Praum, Bereichsleiterin Landwirtschaft am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pfaffenhofen und Kreisobmann Friedhelm Dickow würdigten die Leistungen der Schafhaltung. „Wir wünschen uns, dass diese auch die Gesellschaft wertschätzt und respektiert“, betonten sie. „Die Landwirtschaft hat viele Probleme – sowohl öffentlicher als auch struktureller Art“, machte Kreisobmann Dickow aufmerksam und sprach dabei unter anderem die Verschärfung der Düngeverordnung mit roten Gebieten vor allem für viehhaltende Betriebe an.

Die Konkurrenz muss man nicht scheuen

Martin Seybold, Wollhändler aus Lauingen erklärte den Schafhaltern, dass für ihn die Sortenreinheit der Wolle das Wichtigste ist. „In Zukunft wird deren Feinheit durchaus mehr im Fokus sein“, fügte er hinzu.
Nach Auskunft von Robert Lechner, Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft Bayerischer Schafhalter (EG), berichtete, dass deutsche Lämmer in den letzten Monaten sehr schwer absetzbar waren und die Preise in den Keller gingen. Der Grund: Importe innerhalb der EU. „Innerhalb weniger Wochen hat sich die Lage völlig gedreht“, so Lechner, der dafür die geräumten Lager in England, Spanien und Rumänien verantwortlich machte. Der EG-Vorsitzende empfahl, sich mit der Realität auseinanderzusetzen und gegen die Konkurrenz aus dem Ausland anzukämpfen, um wirtschaftlich über die Runden zu kommen. Außerdem soll künftig auch die Regionalvermarktung ausgebaut werden.

Preie für Wollen werden wohl wieder sinken

sEinen Überblick über die Tätigkeit der Woll-Erzeugergemeinschaft gab Vorsitzender Martin Brickel. So brach der Weltmarkt 2019 nach relativ guten Preisen im Frühjahr wegen dem Handelsstreit von USA und China komplett zusammen und die Preise stürzten ab auf aktuell 0,80 bis 1,10 €/kg Merino-Wolle. „Voraussichtlich müssen wir uns 2020 mit einem sehr niedrigen Preis zufrieden geben“, mutmaßte Brickel,
Premiere feierte Hubert Heigl, Vorsitzender der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern, mit seinem Vortrag bei Schafhaltern. „Es gibt eine Reihe von Übereinstimmungen zwischen Wanderschäferei und Ökolandbau“, stellte Heigl fest. So wirtschaften beide Systeme relativ extensiv, stellen beide in hohem Maß öffentliche Leistungen bereit und ist für eine akzeptable tierische Leistung Futterqualität wichtig. „Auch eine Kooperation beider Systeme ist durchaus möglich“, so Heigl, der an alternative Verwertungen von Feldfutteraufwüchsen bei viehlosen Öko-Ackerbaubetrieben dachte und festhielt, dass die Wanderschäferei auf ein Mosaik dauerhaft verfügbarer Weideflächen angewiesen ist.
Martin Bartl, Geschäftsführer vom Landesverband Bayerischer Schafhalter, wies darauf hin, dass durch die Bemühungen des Verbandes die VNP-Förderung von 350 € auf 420 € erhöht wurde. Neu ist auch in Bayern die Förderung auf Basis de minimis ab 2020 in Form einer Mutterschafprämie von jährlich 30 €, die ab 20 Mutterschafen gewährt wird und pro Betrieb auf 20 000 € in drei Jahren gedeckelt ist. „Das ist eine Prämie, die beim Schafhalter sicher ankommt und gerade die Leistung von kleinen Betrieben anerkennt“, so Bartl.