Seuchen

Hasenpest jetzt offiziell bestätigt

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Lorenz Märtl
am Freitag, 16.11.2018 - 08:45

Elf Personen waren zwischen dem 4. und dem 8. November mit Verdacht auf Tularämie im Klinikum Amberg aufgenommen worden.

Schwandorf Es handelt sich dabei um neun Jäger und zwei weitere Personen, die in einem Wildverarbeitungsbetrieb in Fensterbach bei der Weiterverarbeitung der erlegten Hasen, von denen einer infiziert war, mit dem Fleisch in Kontakt gekommen waren. Bei einer Treibjagd nahe Nabburg hatten die Jäger am 27. Oktober acht Hasen zur Strecke gebracht und anschließend für den Weiterverkauf vorbereitet. Wenige Tage später klagten alle über grippeähnliche Symptome.

Acht Jäger konnten bereits aus dem Krankenhaus entlassen werden. Die erlegten Hasen wurden von den Veterinär- und Gesundheitsbehörden sichergestellt. Wie der Pressesprecher des Landratsamtes Schwandorf, Hans Prechtl, betont, besteht deshalb Zuversicht, dass es zu keinen weiteren Erkrankungen mehr kommen wird, wenngleich man mit Blick auf die Inkubationszeit noch nicht von einer sicheren Entwarnung sprechen könne.

Am Robert-Koch-Institut in Berlin wurde bei zwei der elf untersuchten Patienten ein deutlicher Titeranstieg von Antikörpern gegen die Hasenpest festgestellt. Bei vier weiteren Patienten deutet sich ein entsprechender Anstieg an. Somit liegen die ersten serologischen Bestätigungen für die Tularämie vor.

Neben den humanmedizinischen Proben wurden auch Gewebeproben bei den erlegten Hasen genommen. Die veterinärmedizinischen Untersuchungen in der Pathologie beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen haben bei einem der sieben bislang getesteten Hasen eindeutig den Nachweis der Tularämie erbracht.

Das Untersuchungsergebnis für den zuletzt sichergestellten Hasen steht noch aus. Weitere Untersuchungen sollen Klarheit bringen, ob es sich um die hochpathogene oder die weniger virulente Unterart des Bakteriums handelt. Getestet wurden auch die Seren von neun an der Jagd beteiligten Hunden. Davon waren drei Proben positiv.

Das Landratsamtes Schwandorf hat zwischenzeitlich ein Merkblatt für alle Jagdausübenden erstellt. Darin wird allen Jägern dringend angeraten, beim Versorgen von erlegten Hasen Einmalhandschuhe und staubdichte Atemmasken zu tragen. Wildbret kann aber bedenkenlos verzehrt werden, wenn es vorher ausreichend erhitzt wurde.

Die Gefahr für Hunde, die etwa von Spaziergängern geführt werden und nicht direkt an der Jagd beteiligt sind, wird von den Veterinärbehörden als gering eingeschätzt. Allen Spaziergängern wird aber dringend angeraten, sich von Wildtieren fern zu halten, besonders, wenn sich diese nicht artgerecht verhalten.

Für Dr. Armin Gangl, Fachtierarzt für Mikrobiologie und Vorsitzender des BJV-Ausschusses Wildkrankheiten und Wildernährung besteht kein Anlass zur Hysterie, wohl aber zur vernünftigen Vorsicht.