Marktnische

Hanf über die Nudeln

Hanf-blüht_gk
Kein Bild vorhanden
Externer Autor
am Freitag, 26.06.2020 - 09:59

Paul Stoiber baut Hanf an und macht daraus Pesto.

Auf bayerischen Feldern blüht immer mehr Nutzhanf: Die Anbaufläche des besonderen grünen Krautes hat sich nach Angaben des Bayerischen Bauernverbandes im vergangenen Jahr um 181 ha auf 359 hav erdoppelt (2018: 178 ha).
Auf einem halben Hektar baut Kräuterbauer Paul Joseph Stoiber (62) bei Kößlarn die über 2500 Jahre alte Kulturpflanze im Rottal an. Derzeit begutachtet er das Wachstum der zwischen 40 und 160 cm hohen Pflanzen an einem Südhang eines Rottaler Höhenzugs. „Ich bin sehr zufrieden“, sagt der gelernte Gärtner und Florist.

Auch das Salatöl wird aus Hanf gemacht

Hanf wächst sehr schnell und ist sehr widerstandsfähig“, so seine über zehnjährige Erfahrung. Er verwendet die Blätter der Hanfpflanze für seine Kräuterpestos und sein Salatöl „Canabiss-Salatino“. (https://www.der-kraeuterbauer.de/). Stoiber verzichtet darauf, die Pflanze zu dreschen oder den Samen zu verwenden. „Der Rest der Pflanze ist für die Vögel“, sagt er.
Stoiber hat Mitte April die EU-zertifizierte Hanf-Sorte USO 31 ausgesät. Sie wurde 1997 in den Niederlanden in die Sortenliste für den europäischen Markt eingetragen. Stoiber sieht besonders die Kältewiderstandsfähigkeit als besonderen Nutzen an.
Die zuverlässige und frühe Reife erlaube wegen der Wuchshöhe bis zu vier Meter und einer guten Stängelstabilität einen guten Ertrag. Seit zehn Jahren gewinnt Stoiber mehr oder weniger intensiv seinen Hanf-Rohstoff. Außerdem ist der Gehalt an berauschendem Tetrahydrocannabinol (THC) immer unter 0,2 %., es besteht deshalb auch keine Rausch- oder gar Suchtgefahr.
Bis zum Jahr 1995 war der Anbau von Hanf in Deutschland komplett verboten. Seither darf Nutzhanf aber unter sehr strengen Auflagen angebaut werden. Obwohl kein berauschendes Cannabis gerntet werden kann, muss der Anbau allerdings beim Bundesamt für Ernährung angezeigt werden.