Gesundheit

Gut geschützt gegen die Sonne in die Blaubeeren

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SVLFG
am Montag, 03.08.2020 - 10:12

Die Sozialversicherung informiert direkt auf dem Feld in Niederbayern

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„Auf unserem Betrieb arbeiten in der Regel zwischen 20 und 40 Saisonarbeitskräfte. Auch wenn sie nur ein paar Wochen im Jahr hier sind, ist es uns trotzdem wichtig, dass es ihnen bei uns gut geht. Wir achten darauf, dass sie ihre Gesundheit während der Arbeit so gut es geht schützen können“, sagt Betriebsleiter Alexander Apfelböck. Zusammen mit seiner Frau Michaela betreibt er mehrere Obstplantagen im niederbayerischen Landau an der Isar.

Dem Ehepaar Apfelböck ist ihre Verantwortung den Mitarbeitern gegenüber sehr bewusst. Abgesehen vom Schutz vor Corona liegt ihnen vor allem der UV-Schutz am Herzen: „Einige unserer Saisonarbeitskräfte achten von sich aus leider gar nicht auf Sonnenschutz. Deshalb ist es uns umso wichtiger, mit Arbeitsanweisungen klar zu definieren, worauf geachtet werden muss, damit es nicht zu Sonnenbrand oder Hitzschlag während der Erntearbeiten kommt.“

Die Einhaltung der Schutzmaßnahmen ist Michaela Apfelböck schon deshalb wichtig, weil sie krankheitsbedingte Arbeitsausfälle vermeiden möchte. „Wir hatten vor Jahren einen Fall von Hitzschlag, weil der Mitarbeiter nicht – wie von uns empfohlen – viel Wasser, sondern zu wenig und fast nur Energy-Drinks und Cola getrunken hat“, erzählt sie.
Um ihre Mitarbeiter ausreichend vor der natürlichen UV-Strahlung während der Erntearbeiten schützen zu können, hat sich das Ehepaar Apfelböck an die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) gewandt und um ein Beratungsgespräch gebeten. In Abstimmung mit dem SVLFG-Präventionsexperten Meinrad Fußeder haben sie eine Gefährdungsbeurteilung zum Sonnenschutz erstellt, auf deren Grundlage sie die Arbeitskräfte jetzt unterweisen. Die Unterweisungshilfen in den Landessprachen der Arbeitskräfte haben sie kostenlos von der SVLFG bezogen.

Mit Sonnenhut und ganz viel Sonnencreme

Die Beschäftigten haben Sonnenhüte aus Stroh oder aus leichten Textilien bekommen. Außerdem stellt der Unternehmer ihnen Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 zur Verfügung. Die Pausen können die Saisonarbeitskräfte in einer Scheune oder am schattigen Waldrand verbringen. „An sehr heißen Tagen beginnt die Arbeit bereits um 5 Uhr morgens, endet am späten Vormittag und beginnt erst wieder ab 17 Uhr. So wird der Aufenthalt in der prallen Sommerhitze weitgehend reduziert“, erklärt Alexander Apfelböck. Seine Frau ergänzt, dass den Mitarbeitern jederzeit Trinkwasser kostenlos in ausreichender Menge zur Verfügung steht.

Jedes Jahr gibt es 3000 neue Krankheitsfälle

Im Rahmen des Vor-Ort-Termins im Unternehmen Apfelböck informierten Reinhold Watzele, SVLFG-Arbeitsbereichsleiter für Gesunde Arbeit, und SVLFG-Präventionsmitarbeiter Meinrad Fußeder über das Gesundheitsrisiko durch zu viel natürliche UV-Strahlung und gaben weitere Tipps zur Vorbeugung von Sonnenbrand.
Watzele lobte in diesem Zusammenhang das Engagement der Unternehmer. „Jedes Jahr verzeichnen wir knapp 3000 neue Fälle von weißem Hautkrebs. Hauptursache sind Sonnenbrände, die teils Jahre und Jahrzehnte zurückliegen.“

Nicht vergessen: die Haut vergisst nichts

Das Problem ist: Die Haut vergisst nichts. „Zum Glück ist der weiße Hautkrebs gut behandelbar, aber besser ist es, der gefährlichen Krankheit vorzubeugen. Sonnenschutz so wie er auf dem Betrieb Apfelböck gelebt wird, hilft dabei entscheidend mit“, betont Watzele.

Im Gespräch mit den Saisonarbeitern erklärte er noch einmal ausführlich, wie wichtig es ist, möglichst viele Körperpartien bei der Arbeit im Freien mit Kleidung zu bedecken. „Breitkrempige Sonnenhüte spielen dabei eine wichtige Rolle, denn sie beschatten das Gesicht, den Nacken und die Ohren“, so der Experte der Sozialversicherung.