Amberg-Schnaittenbach

Größte Forstbetriebsgemeinschaft der Oberpfalz

Amberg
Lorenz Märtl
am Dienstag, 03.12.2019 - 09:38

Der Wald dürfe als Wirtschaftsraum nicht zu kurz kommen, mit dieser Aussage stärkt Heimatminister Füracker der Gemeinschaft den Rücken.

Ursensollen/Lks. Amberg-Sulzbach - Mit über 2.300 Mitgliedern und einer Waldfläche von 23.800 ha ist die Forstbetriebsgemeinschaft Amberg-Schnaittenbach die größte der Oberpfalz. 1969 gegründet entschieden sich die zwei kerngesunden Gemeinschaften 2003 zu fusionieren und damit noch schlagkräftiger zu werden. „Der richtige Schritt“, resümierte Vorsitzender Gerhard Gradl nun beim 50-jährigen Jubiläum in Ursensollen, „denn das war der Start einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Die Richtung stimmt und wir sind eine große Familie, in der sich jeder auf den anderen verlassen kann.“ Ludwig Reich aus Schnaittenbach und Andreas Flierl, die lange Jahre in der Verantwortung standen und einen großen Anteil an der Entwicklung haben, galt der besondere Dank.

Füracker spricht sich für Wirtschaftsraum Wald aus

„Waldbesitzer brauchen kompetente Partner“, befand Heimat- und Finanzminister Albert Füracker der die Schirmherrschaft übernommen hatte. „Ihr kümmert euch darum, dass auch kleine Waldbesitzer Marktchancen haben, sorgt euch um den dringend notwendigen Waldumbau, redet positiv über den Wald und gestaltet so Heimat in großartiger Weise, worüber sich der Heimatminister besonders freut.“ Füracker verwies auf die wichtige Funktion des Ökosystems Wald für Klima und Artenschutz, machte aber gleichzeitig deutlich, dass der Wald als Wirtschaftsraum nicht zu kurz kommen dürfe.

„Wenn wir schon den wunderbaren Rohstoff Holz haben, dann sollten wir ihn auch nutzen“, sagte Füracker und bekräftigte „dass wir den Wald auch künftig als Wirtschaftsraum brauchen.“ Dass es überhaupt einen schützenswerten Kulturwald gebe liege einzig und alleine daran, weil er über Generationen hinweg ordentlich gestaltet und bewirtschaftet wurde. Füracker ging auch auf den Klimawandel ein, der den Waldumbau erfordere. Ziel müsse ein ordentlicher Mischwald sein, der sowohl ökologische Funktionen erfülle und gleichzeitig Wirtschaftswald bleibe. Als wichtigen Partner brauche man dazu auch die Jäger. Abschließend versprach der Minister, dass die Staatsregierung das Miteinander unterstütze und auch künftig bei der Schadensbewältigung und den Waldumbau behilflich sei.

Gesunde Wälder und gute Holzpreise liegen im Allgemeininteresse

MdL Harald Schwarz, Landrat Richard Reisinger, Bürgermeister Franz Mädler und BBV-Bezirkspräsident Josef Wutz waren sich in ihren Grußworten einig, dass die Forstbetriebsgemeinschaft Amberg-Schnaittenbach nicht nur für Waldbesitzer, sondern auch für die Allgemeinheit mit großem Engagement tätig ist.

Der Präsident des Waldbesitzerverbandes Bayern, Josef Ziegler, sprach sich für eine Stärkung der Wertschöpfungskette Holz aus. Wenn sich Waldbewirtschaftung nicht mehr lohne, bestehe die Gefahr, dass sich immer weniger Kleinwaldbesitzer um ihre Bestände kümmern. Gesunde Wälder und gute Holzpreise würden daher im Interesse der Allgemeinheit liegen. Dies bekräftigte auch der Vorsitzende der Forstwirtschaftlichen Vereinigung der Oberpfalz, Josef Liegl: „Wir brauchen den Wald als Vorbild der Nachhaltigkeit mehr denn je.“

Weil man diese Herausforderungen nur im engen Schulterschluss von Forstverwaltung, Verbänden und Forstlichen Zusammenschlüssen meistern kann wurde als Höhepunkt des Festakts eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Forstbetriebsgemeinschaft und dem AELF Amberg vom Vorsitzenden Gradl und Behördenleiter Wolf Rüdiger Wicht unterzeichnet. Ziel der Vereinbarung ist es, „die Waldbesitzer gemeinsam und in gegenseitiger Abstimmung zu motivieren und fortzubilden.“