Umwelt

Gassi gehen nur mit Tüte

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Rudolf Hirsch
am Montag, 10.05.2021 - 17:02

Schwandorfer Landwirte ärgern sich über Hundehalter. Die Hinterlassenschaften der Hunde verschmutzen Futterflächen.

Schwandorf „Die Menschen sollen sich an der Natur erfreuen, sie aber auch achten.“ Das wünscht sich Josef Wittmann, der Schwandorfer BBV-Kreisgeschäftsführer. Er ruft die Spaziergänger zu umweltbewusstem Verhalten auf – vor allem dann, wenn sie ihre Vierbeiner „Gassi führen“.

Die Bubacher Wiesen im Schwandorfer Stadtsüden sind ein beliebtes Ausflugsziel für Hundebesitzer. „In Corona-Zeiten werden es immer mehr“, stellt Bauer Johann Plank aus Auhof fest. Die Hinterlassenschaften der Hunde verschmutzen seine Futterflächen und schädigen die Pflanzen. „Die Menge ist das Problem“, beklagt der Landwirt.

Man muss sich auch noch dumm anreden lassen

Deshalb appelliert er an die Hundebesitzer, den Kot in einen Beutel zu packen und fachgerecht zu entsorgen. Die Wirklichkeit aber sieht anders aus. Johann Plank trifft auf viel Unverständnis und muss sich nicht selten „blöd anreden lassen“, wenn er die Hundebesitzer anspricht. Das „stinkt“ ihm gewaltig.
Auch BBV-Kreisobmann Josef Irlbacher weiß um das Fehlverhalten von Hundebesitzern, Spaziergängern und Radfahrern. „Rücksicht macht Wege breit“ heißt der Flyer des Bayerischen Bauernverbandes, den er bei einer Pressekonferenz auf dem Plank-Anwesen in Auhof vorstellte. Der Aufruf zu mehr Rücksichtnahme richtet sich an beide Seiten. An den Landwirt, der mit seinen Maschinen öffentliche Straßen nutzt und mitunter zum Hindernis wird, und an den Naturfreund, der in seiner Freizeit die Kulturlandschaft genießt.

Hundekot ist wirklich nicht als Dünger geeignet

Ein Ärgernis bleiben für die Landwirte jene Hundebesitzer, die glauben, Hundekot sei ein Dünger wie Mist, Jauche und Gülle. Das Gegenteil sei der Fall, erklärt der BBV-Kreisobmann. Hundekot gelange mit der Mahd in das Futter der Tiere und könne zu schweren Erkrankungen führen. Irlbacher appelliert deshalb an die „Gassi-Geher“, das Häufchen ihrer Vierbeiner mitzunehmen und es in den aufgestellten Behältern zu entsorgen. Auch wer Abfälle, Dosen, Becher und Flaschen unachtsam in die Wiese werfe, handle fahrlässig und gefährde die Gesundheit der Tiere. In der Nähe des Waldes sollte man die Hunde außerdem an der Leine führen, um zu verhindern, „dass sie den Wildtieren nachstellen“, betont der Obmann.

Rücksichtnahme sollte man erwarten können

„Wir alle nutzen die Natur: Der Landwirt für den Anbau von Feldfrüchten und zur Erzeugung von Nahrungsmitteln, der Verbraucher zur Erholung“, sagt Josef Irlbacher. Deshalb erwartet er Rücksichtnahme von beiden Seiten.

Kreisgeschäftsführer Josef Wittmann ärgert sich über Zeitgenossen, „die glauben, sich alles erlauben zu können“. Auch die stellvertretende Schwandorfer Bürgermeisterin Martina Englhardt-Kopf appelliert an die Vernunft der Leute und macht ihnen klar, „dass sie sich auf privatem Grund bewegen und deshalb Rücksicht nehmen sollen“. Der BBV stellt an exponierten Stellen Schilder auf und weist Hundebesitzer auf ihre Fürsorgepflicht hin.