Zwischenbilanz

Für Artenvielfalt sensibilisieren

Biodiversitätsstrategie-Brennberg_gk
Markus Bauer
am Donnerstag, 01.04.2021 - 14:55

Die Gemeinde Brennberg setzt auf eine Biodiversitätsstrategie. Sie wurde für das Projekt „Marktplatz der biologischen Vielfalt“ ausgewählt.

Die Region in und um Brennberg kann in Sachen Pflanzenflora eine seltene Besonderheit vorweisen: einen Silikatmagerrasen, also einen sauren beziehungsweise salzhaltigen Rasen. Auch angesichts dieses Aspekts (und der langjährigen adäquaten Pflege) wurde die Gemeinde Brennberg im Herbst 2018 als eine von zehn Gemeinden in Bayern für das Projekt „Marktplatz der biologischen Vielfalt“ ausgewählt.

Seither ist eine Menge geschehen, so dass nun druckfrisch quasi als Zwischenbilanz die „Biodiversitätsstrategie der Gemeinde Brennberg“ vorgestellt und an Landrätin Tanja Schweiger übergeben werden konnte.

Mitglieder der Lenkungsgruppe, Gemeinderäte sowie Projektleiter Florian Lang und Bürgermeisterin Irmgard Sauerer hatten sich am Fuße der Burg Brennberg eingefunden, da auch hier Trockenrasen sowie seltene Pflanzen und Tiere vorkommen – im März natürlich zum Teil erst im zarten Anfangsstadium des Wachstums.

Wichtige Zwischenbilanz wurde jetzt vorgelegt

Die nun gedruckt vorgelegte Biodiversitätsstrategie sei eine wichtige Zwischenbilanz, die Gemeinde werde natürlich mit der Lenkungsgruppe weiterarbeiten und die in der Schrift erarbeiteten bzw. vorgeschlagenen Projekte starten, betonte Bürgermeisterin Sauerer. „Wir haben hier eine kleinteilige und reichhaltige Kulturlandschaf, die es zu erhalten gilt“, sagte die Rathauschefin. Mit der Publikation werde auch die Bevölkerung zum Thema Artenvielfalt und Artensterben sensibilisiert, das ja auch Bezüge zur Coronapandemie hat. Sauerer verwies auf die Kooperation mit den Landkreisen Regensburg und Cham (auch in anderen Feldern, zum Beispiel Sorge um Kröten). Als Vision nannte sie, durch nachhaltige Nutzung und Pflege der Rasen und Böden Gefahren für die Artenvielfalt abzuhalten oder zu minimieren.

Ein Meilenstein für weiteres Engagement

Das Gesamtprojekt „Marktplatz der biologischen Vielfalt“ stellte Projektleiter Florian Lang kurz vor. Von 36 Bewerbern aus ganz Bayern wurden zehn Musterstandorte in den sieben Regierungsbezirken ausgewählt, wobei die Oberpfalz mit zwei (Brennberg, Ursensollen) vertreten ist. Für Brennberg nannte Lang folgende Aspekte, welche den Ausschlag gaben: Kleinräumigkeit, kleinstrukturiert, Vielfalt der Lebensräume (u.a. Wald, Feuchträume, Bachlandschaften, Magerrasen), reichhaltige Artenvielfalt, Verbindung von Kultur und Natur. „Die heutige Vorstellung der Biodiversitätsstrategie ist ein Meilenstein und zugleich die Grundlage für das weitere Engagement“, lobte der Projektleiter und motivierte zur Umsetzung der fixierten Ideen. Auch zollte er Anerkennung für die Mitarbeit vieler Bürger, was für eine positive Akzeptanz spreche.
Auf die breite Unterstützung vor allem im vergangenen Jahr (BUND, LBV, NABU, Uni Regensburg) für das Projekt verwies 2. Bürgermeister Franz Löffl. Als Beispiele nannte er die Ästige Mondraute (eine bayern- und deutschlandweit stark gefährdete Pflanzenart), die Schlingnatter und Schmetterlingsarten (Coleophora chalcogrammella, Scythris knochella, Selagia argyrella, Selagia spadicella). Eine Basis sei, so Löffl, dass nur einmal im Jahr (nach der Blüte im Juli/August) gemäht wird und sich die Rasen gut entwickeln können. „Die Pflege ist auf die Gegebenheiten abgestimmt. Diese Pflanzen und Tiere sind auch von ihren Lebensräumen abhängig“, verdeutlichte Löffl. Er verwies auf die lange Tradition dieser Art der Bewirtschaftung, somit sei eine „Kulturlandschaft in Vollendung“ geschaffen worden. Nötig sei die kontinuierliche Beobachtung der Flächen, denn „Magerstandorte sollen mager bleiben oder noch magerer werden“.

Landwirtschaft ist seit langem eingebunden

Als „Höhepunkt und Besonderheit für Brennberg“ bezeichnete Landrätin Tanja Schweiger die Präsentation der Biodiversitätsstrategie. Besonders freute sie, dass Personen über alle Alters- und Berufsgruppen hinweg, vor allem auch viele Landwirte, mitgearbeitet haben. Insgesamt fördere dieses „das Bewusstsein für Heimat und Nachhaltigkeit.