Fortbildung

Die Flinte nicht ins Korn werfen

Schwandorffrauen_b
Rudolf Hirsch
am Freitag, 11.09.2020 - 10:15

Bildungsprogramm für die Herbst- und Wintermonate muss an die neuen Verhältnisse angepasst werden.

Schwandorf - „Wir werfen die Flinte nicht gleich ins Korn“, ermutigte Sabine Schindler die Ortsbäuerinnen bei einer Versammlung in der Miesberggaststätte in Schwarzenfeld. Die Schwandorfer Kreisbäuerin will den Rahmen nutzen, den ihr die Coronakrise bietet.

Die Teilnehmerzahl war begrenzt. Die 40 Bäuerinnen beachteten die Hygienevorschriften und verteilten sich auf Einzeltische. „Wie bei einer Prüfung“, schmunzelte BBV-Geschäftsführer Josef Wittmann beim Blick in die Runde. Statt „Prüfungsblätter“ servierte er ihnen „Salatblätter-Variationen“. Bei einem „Arbeitsessen“ besprachen die Teilnehmerinnen das Bildungsprogramm für die Herbst- und Wintermonate und kamen überein, keine Veranstaltungen auf Orts-, sondern nur auf Kreisebene anzubieten. Schwerpunkte sollen die Themen „Haushalt, Gesundheit, Kultur und Digitalisierung“ sein.

Hauswirtschaft bleibt sicher in Nabburg

Die Vertreterin des Landwirtschaftsamtes Nabburg, Annemarie Frank, informierte die Bäuerinnen über die geplante Neuausrichtung der bayerischen Landwirtschaftsämter, von der auch der Standort Nabburg betroffen sei. Allerdings nicht der Bereich „Hauswirtschaft“, der im bisherigen Umfang aufrechterhalten bleibe und weiter Kurse und Lehrgänge anbiete.
Der Vertreter des „Sozialversicherungsträgers Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Gartenbau“ (SVLFG), Anton Zizler, warnte die Bäuerinnen in dieser Trockenzeit alleine in den Wald zu gehen. Herab brechende dürre Äste könnten zur Gefahr werden. „Es kommt immer wieder zu schweren, ja tödlichen Unfällen“, sagte der Referent und mahnte die Frauen zur Einhaltung der Sicherheitsvorschriften. Dies sei die beste Möglichkeit, um derart dramatische Ereignisse zu verhindern und es schade deshalb auch nicht, wenn die Bäuerinnen diesen wichtigen Rat auch an die anderen Familienmitglieder und vor allem auch an die Altenteiler weitergeben, da in der höheren Altersgruppe der höchste Anteil von schweren Unfällen im Wald zu verzeichnen ist.

Bildungswerk will nahe an den Menschen sein

Das Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes versteht sich als Einrichtung der allgemeinen Erwachsenenbildung für Menschen in Landwirtschaft und ländlichem Raum und wird vom Bayerischen Bauernverband als Körperschaft des öffentlichen Rechts getragen. Ziel ist es, ein möglichst umfassendes und natürlich auch interessantes und Nutzen bringendes Bildungsangebot im ländlichen Raum vorzuhalten.
Um möglichst nahe bei den Menschen zu sein, ist das Bildungswerk bayernweit bis in kleinste Ortschaften hinein aktiv. „Corona zwingt uns zu einer Neuausrichtung“, erklärt BBV-Kreisgeschäftsführer Josef Wittmann. Bildungsarbeit sei aber wichtig zur zukunftsträchtigen Gestaltung des ländlichen Raums, zur Erhaltung lebendiger Strukturen in den Dörfern und zur Festigung der Solidarität innerhalb der Landwirtschaft im ländlichen Raum.
Dadurch entstünden wertvolle soziale Bindungen innerhalb der Dorfgemeinschaft und der Generationen. Gelungenes Lernen finde dann statt, wenn neues Wissen und neue Fähigkeiten im Alltag, im Beruf, in der Familie oder persönlich umgesetzt werden können, so Wittmann. Der BBV-Geschäftsführer im Kreis Schwandorf warb deshalb für eine rege Nutzung des BBV-Bildungsangebotes.