Bilanz

Corona bremst das Vermarktungsgeschehen

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Lorenz Märtl
am Mittwoch, 12.05.2021 - 00:35

Die Coronapandemie hat sich auch auf das Vermarktungsgeschehen beim Rinderzuchtverband Oberpfalz ausgewirkt.

Amberg Die Coronapandemie hat sich auch auf das Vermarktungsgeschehen beim Rinderzuchtverband Oberpfalz ausgewirkt, der aktuell 2083 Mitglieder zählt, 100 weniger als im Vorjahr. Den stärksten Rückgang verzeichnet Cham (–16) vor Amberg-Sulzbach und Neumarkt.

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Nach mehreren Jahren mit Anstiegen gab es einen Rückgang um 2941 Tiere, lediglich der Export verdoppelte sich (+325). Einen Abfall gab es bei den Großviehmärkten (–232) und beim Kälbermarkt (–232). In der Großviehvermarktung konnten 2841 Tiere (–141) abgesetzt werden. Auf den Großviehmärkten in der Versteigerungshalle Schwandorf wurden 702 Tiere (–232) gezählt, der Absatz von Zuchtbullen ist mit 50 verkauften Tieren das historisch schlechteste Ergebnis. Das Angebot an Kalbinnen blieb mit 21 auf geringem Niveau.

Extrem schwierige Lage im Exportbereich

Extrem schwierig blieb angesichts der Vorgaben der Export. In weiter entfernte Länder kam er vollständig zum Erliegen, Empfänger sitzen meist im benachbarten Ausland der EU. Insgesamt wurden 814 Tiere exportiert, 15 Bullen, 658 Kalbinnen und 141 Jungrinder Die Kälbervermarktung ging um 11,2 % auf 21 573 zurück. Über die wöchentliche Festvermarktung wurden insgesamt 17 592 männliche und 1001 weibliche Nutzkälber verkauft.

Im Berichtsjahr wurden über den Rinderzuchtverband Oberpfalz 24 339 Tiere, davon 2726 Stück Großvieh, 21 573 Kälber sowie 40 männliche und weibliche Futterrinder vermarktet. Der Gesamtumsatz beziffert sich auf knapp 12 Mio. €, die Zahl der abgesetzten Tiere verringerte sich um 2941 Stück, der Umsatz verringerte sich um rund 1,6 Mio. €.

Anpaarungsverträge bleiben Erfolgsmodell

Aus dem Zuchtprogramm für Fleckvieh fanden im letzten Jahr 30 Bullen ihren Weg an die Besamungsstationen. Ein Erfolgsmodell bleiben die Anpaarungsverträge mit dem Ziel, eine große Vielfalt an Bullen zu erzielen. Insgesamt wurden 876 Verträge zwischen Landwirt und Besamungsstation abgeschlossen.

Ab April wurde das genomische Zuchtwertschätzverfahren auf ein Single-Step-Verfahren angepasst, mit dem Ziel, „dem wahren Zuchtwert ein Stück näher zu kommen“, wie es Zuchtleiter Dr. Thomas Nibler formuliert. Dabei werden Leistungs- (z. B. Milch kg, Minutengemelk, Euter), Abstammungs- und Genominformationen (Ergebnis der Typisierung) in einem Arbeitsschritt unter Einbeziehung der Kandidateninformation aus der genomischen Typisierung verrechnet und können somit optimal genutzt werden.