Informationstag

Das Bodenleben im Fokus

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Redaktion Wochenblatt
am Montag, 09.08.2021 - 10:25

Der Humusaufbau ist nicht nur wesentlich für den Klimaschutz. Er sorgt vor allem auch für die Förderung der Bodenfruchtbarkeit.

Hausen/Lks. Kelheim Über 30 interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer versammelten sich auf Initiative des Landschaftspflegeverbands Kelheim VöF, um sich zum Thema Humusaufbau und CO2-Speicherung im Boden auszutauschen. Unter ihnen waren praktizierende Landwirtinnen und Landwirte sowie Vertreterinnen und Vertreter regionaler Unternehmen, landwirtschaftlicher Fachbehörden und Verbände.

Klaus Amann, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands, begrüßte die Teilnehmer: „Wir freuen uns, gemeinsam mit Ihnen an dieser wichtigen Zukunftsaufgabe praxisnah zu arbeiten“, betonte er. Der Humusaufbau ist nicht nur wesentlich für den Klimaschutz, er sorgt vor allem auch für die Förderung der Bodenfruchtbarkeit. „Wir bewegen uns mit unserem Netzwerk bereits in den von der gemeinsamen EU-Agrarpolitik ab 2022 zu erwartenden Vorgaben“, hielt er fest.

Schon seit 2020 arbeiten der VöF und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Abensberg-Landshut gemeinsam mit einer Gruppe von Landwirtinnen und Landwirten daran, die Idee des „Kelheimer HumusTandems“ weiter zu entwickeln.

Unterstützung durch Proben und Analysen

Momentan läuft dazu ein Förderantrag im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Verband für Landschaftspflege, der das Pilotprojekt „Regionalisierter Kohlenstoffkreislauf im Landkreis Kelheim“ ermöglichen könnte. „Das Ziel ist, die lokalen landwirtschaftlichen Betriebe durch umfangreiche Bodenproben und Betriebsanalysen in Kombination mit entsprechender Fachberatung und Maßnahmenplanung bei der Klimaanpassung zu unterstützen“, machte Klaus Aman deutlich.

Hans Schiefereder, Fachberater beim Bioland Erzeugerring Bayern, stellte das Projekt „Boden.Klima“ der Bioland Stiftung vor. Das Projekt verfolge ähnliche Ziele und man könne bereits aus ersten Ergebnissen lernen. Schiefereder betont: „Wir legen den Fokus auf den gesamten Betrieb, dabei sollen Emissionsminderungspotenziale aufgedeckt und optimiert werden. Das übergeordnete Ziel ist aber der Humusaufbau, um damit die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern.“
Im Anschluss an den theoretischen Teil lud Severin Pausinger die Arbeitsgruppe auf seinen Betrieb in Herrngiersdorf ein. Dort wurde eine Spatenprobe gezogen und besprochen. Betriebsleiter Pausinger erklärt erste Schlussfolgerungen: „Man bemerkt bereits erste Auswirkungen des Klimawandels. In der Landwirtschaft werden wir über kurz oder lang damit Probleme bekommen. Daher möchte ich meine Böden vorbereiten und durch Humusaufbau die Wasserspeicherfähigkeit und das Bodenleben steigern. Das klappt aber nur, wenn man sich intensiv mit seinem Boden beschäftigt, Neues ausprobiert und kritisch analysiert.“

Ein Artikel auf Basis einer Pressemitteilung des Landschaftspflegeverbandes Kelheim VöF e.V.