Ökomodellregion

Biologische Landwirtschaft verstärkt fördern

Markus Bauer
am Donnerstag, 25.06.2020 - 08:19

Seit Mai des letzten Jahres sind die Stadt und der Landkreis Regensburg eine Öko-Modellregion.

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Und seit September wirkt der Landwirt und Diplom-Geograph Matthias Sabatier als Projektmanager. Was sich in diesen Monaten getan hat, wurde bei einem Pressegespräch im Landratsamt Regensburg deutlich.

Die enge Zusammenarbeit und Abstimmung von Stadt und Landkreis betonte Elisabeth Sojer-Falter, Abteilungsleiterin Regionalentwicklung und Wirtschaft im Landratsamt.

Als von Beginn an angedachtes Projekt nannte sie Märkte vor allem im Stadtgebiet von Regensburg, wobei der im vergangenen Herbst im Rahmen der Regionaltage des Landkreises durchgeführte große Regionalmarkt als Muster diene. Auch gehe es darum, bestehende Netzwerke (Förderung bzw. Regionalaspekt) zu nutzen und zu erweitern. Eine fachliche Steuerungsgruppe von 17 Personen mit Vertretern von Bioverbänden, Bauernverband, Landwirtschaftsamt, Amt für Ländliche Entwicklung, Gastronomie, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft sowie von Stadt und Landkreis Regensburg würden die Arbeit konstruktiv begleiten.

200 Biobetriebe im Landkreis Regensburg

Aktuell sind laut Projektmanager Sabatier etwas über 200 Biobauern im Landkreis aktiv, was rund zehn Prozent der Landwirte und circa zwölf Prozent der bewirtschafteten Fläche ausmacht. Mit einigen Betrieben habe er bereits Gespräche geführt und Verbindungen zu Lebensmittelverarbeitern hergestellt. In diesem Kontext sind auch die weiteren Aktivitäten angesiedelt wie etwa ein BioRegio-Coaching für Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung. Hier geht es um die Umgestaltung von Speiseplänen in Kantinen, in Küchen von Schulen und Kindertagestätten.
Ein weiterer Schwerpunkt der Projektarbeit ist die Begleitung von Initiativen im Bereich solidarische Landwirtschaft (SoLaWi). Inzwischen seien vier solche Zusammenschlüsse im Landkreis aktiv, zwei weitere in der Planung, wobei die Organisationsstrukturen variieren.
Die Tatsache, dass Sabatier auch eine landwirtschaftliche Ausbildung vorweisen und auf seiner Visitenkarte präsentieren kann, hilft ihm sehr bei seinen Kontakten zu den Bauern. „Das bedeutet ja auch, dass ich die Sprache der Landwirte verstehe“, erklärt er. Er möchte aber Ansprechpartner für alle Landwirte – konventionell und öko – sein und mit seiner Arbeit eventuell vorhandene Vorbehalte abbauen. Denn gemeinsames Ziel sei die Stärkung der regionalen Landwirtschaft.