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Pioniere

Bio aus Überzeugung

Biolandbau
Biokreis
am Montag, 21.10.2019 - 11:48

Der Grosserhof betreibt seit 30 Jahren Ökolandbau.

Passau - Vor nunmehr drei Jahrzehnten haben Ingrid und Franz Grosser ihren Bauernhof im Landkreis Landshut übernommen und auf Bio umgestellt. Zu ihrem Jubiläum blickten sie stolz auf ihr Lebenswerk zurück.

Alles begann mit 50 Legehennen, die vor knapp 30 Jahren auf dem Hof einzogen. Mit ihnen gehörte die Familie Grosser zu den ersten Lieferanten von Bioeiern in den Naturkostläden. Seitdem ist der Hof mit der Bio-Bewegung mitgewachsen und dabei doch ein kleinbäuerlicher Betrieb geblieben. Die Umstellung auf den Ökolandbau gab dem Hof die Chance, als Familienbetrieb zu überleben.

Zu den Legehennen kamen die Masthähnchen und ein Geflügelschlachthaus dazu. Heute bewirtschaften Ingrid und Franz Grosser gut 60 ha Land. Dabei unterstützt sie ihr Sohn, der gerade die Ausbildung zum Ökolandwirt abgeschlossen hat und den Hof einmal übernehmen wird.

Für den Ökolandbau haben sich Ingrid und Franz Grosser aus Überzeugung entschieden: „Mir ist es sehr wichtig zu wissen, wo unsere Lebensmittel herkommen und dass sie von guter Qualität sind“, erzählt Ingrid Grosser. Deshalb bewirtschaften sie ihren Hof nach den Richtlinien des ökologischen Anbauverbands Biokreis, dessen Standards weit über den europäischen Vorgaben für Bio-Produkte liegen.

Zum Selbstverständnis des Hofs gehört neben der artgerechten Haltung des Federviehs auch die regional verwurzelte Erzeugung. Gefüttert werden die Tiere zum Beispiel ausschließlich mit Getreide und Hülsenfrüchten von den hofeigenen Feldern oder von benachbarten Biobauern. Von der Aufzucht der Tiere bis zu ihrer Schlachtung und Vermarktung bleibt auf dem Grosserhof noch alles in einer Hand. So entfallen viele Transportwege. Weil die Familie noch dazu regionalen Geschäftspartnern die Treue hält, sind ihre Produkte zusätzlich mit dem „regional & fair“ Siegel ausgezeichnet. „Für uns ist der respektvolle Umgang mit Mensch, Natur und Umwelt selbstverständlich“, erklärt Franz Grosser überzeugt.

Schon früh machte sich die umtriebige Familie Gedanken darüber, wie sich das Töten von männlichen Küken im Legehennenbetrieb abwenden lässt. Vor vier Jahren entschlossen sich die Grossers daher, nur noch solche Hühner auf ihrem Hof zu halten, bei denen die Aufzucht der Hähne möglich ist. Weil ihre Kundschaft diesen Gedanken durch den Einkauf der etwas teureren Eier unterstützte, gelang diese Umstellung reibungslos. Über einen Mehrpreis der Eier wird die Aufzucht der Bruderhähne auf einem Bio-Partnerbetrieb möglich gemacht. Aus dem Fleisch fertigt eine Biometzgerei die Bruderhahn-Wurst – so ist der Verwertungskreislauf geschlossen.