Ortsbäuerinnen

Bildung, Räuchern und Politik

Freyung_b
Fritz Denk
am Mittwoch, 25.11.2020 - 11:03

Ortsbäuerinnen in Freyung-Grafenau tagen mit interessanten Themen

Zur Ortsbäuerinnentagung des Bayerischen Bauernverbandes Freyung-Grafenau waren vor dem Beginn der derzeit durch die Corona-Pandemie gültigen Einschränkungen die Ortsbäuerinnen zusammengekommen. Kreisbäuerin Elke Binder stellte aber fest, dass derzeit Veranstaltungen leider sehr schwierig durchzuführen seien. „Trotzdem warten wir schon sehr auf die Zeit, wenn es wieder möglich sein wird, Treffen zu veranstalten, damit der gegenseitige Kontakt nicht verloren geht“, so die Kreisbäuerin.

„Mir geht’s wie euch“, sagte stellvertretende Landrätin Helga Weinberger in ihrem Grußwort: „Im Lockdown konnten wir viele liegengebliebene Arbeiten erledigen, nochmals solche Einschränkungen erleben, möchte allerdings niemand.“ Sie erwähnt die Advents- und Weihnachtszeit, die man gerne nutzt, um mit lieben Menschen zusammen zu sein. Im Hinblick auf die Entwicklung der Infektionszahlen seien aber Beschränkungen unerlässlich.

Hauswirtschaftsschule leidet unter der Pandemie

Die Beraterin vom Landwirtschaftsamt Regen, Hauswirtschaftsdirektorin Brigitte Blaim, verwies auf die Schwierigkeiten, wenn es darum geht den Bäuerinnen und Bauern die gewohnte Unterstützung anzubieten. Ganz genau wird überlegt, welche Maßnahmen noch „durchgezogen“ werden können. So ist die Hauswirtschaftsschule mit 24 Studierenden gestartet, acht davon sind wegen der Einschränkungen im Zusammenhang mit Corona nicht mehr dabei. Blaim stellte auch die Kampagne „Regionale Gemeinschaftsverpflegung“ vor, wo es darum geht, dass regionale Produkte in den Küchen zu verwenden. Dringend gesucht werden ihrer Auskunft nach Personen, die im Rahmen des Angebotes „Hauswirtschaftlicher Dienstleistungen“ als Haushaltshilfen oder auch in Seniorenhaushalten eingesetzt werden können.

Bis „Corona“ gab es noch gute Veranstaltungen

Die Kreisbäuerin berichtete über Veranstaltungen, die im laufenden Jahr noch durchgeführt werden konnten. So wurde in Ruderting die Biobäckerei Wagner besichtigt, in Lichteneck fand ein gut besuchter Musikabend statt, in der Caritaswerkstätte Freyung war man überrascht, welche Leistungen hier erbracht werden, als der Höhepunkt gilt jedoch das Landfrauenfrühstück mit anschließender Modenschau.

Thema „Räuchern“ stieß auf großes Interesse

Binder bedauerte sehr, dass die begehrten und auch gut nachgefragten Angebote unter dem Titel „Landfrauen machen Schule“ bis auf wenige Ausnahmen ausfallen mussten. Erfreut zeigt sie sich über die Image-Kampagne „MADE in FRG“, die den bäuerlichen Bereich wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung bringt. Zudem fordert die Kreisbäuerin die Ortsverbände auf, wieder mehr örtlich bezogene Veranstaltungen und Aktionen durchzuführen und das gerade auch mit Blick auf die ortsverbandsinternen Wahlen im Jahr 2021.

Zum Vortrag mit dem Thema „Räuchern mit heimischen Kräutern“ konnte die Kreisbäuerin dann Helga Brandl von der „Physikalischen Oase Waldbrunn“ als Referentin vorstellen. Räuchern hilft den Menschen bei Krankheit, Abgeschlagenheit, Konzentrationsschwäche, Hyperaktivität, oder fehlender Antriebslust, der Vortrag fand großen Anklang.
„Ich wäre froh, wenn es überall so sein könnte“, lobte Susanne Schreiner-Janning vom Bildungswerk die Leistungen der Landfrauen in Freyung-Grafenau. Sie führte weiter aus, dass durch das Bildungswerk des BBV derzeit Online-Seminare angeboten werden. So haben 150 Teilnehmer an einem fünfteiligen Online-Seminar teilgenommen, das veranstaltet wurde, vor allem für neugewählte Kommunalpolitiker.

Neue GAP ist leider nicht der ganz große Wurf

Stefan Hageneder, Geschäftsführer des BBV Freyung-Grafenau, informierte die Ortsbäuerinnen über Aktuelles aus der Geschäftsstelle. Dabei stand im Vordergrund seiner Ausführungen die Entscheidung der EU zur „Gemeinsamen Agrarpolitik“ (GAP), die zunächst für die Jahr 2021 und 2022 noch keine Änderung bringen wird. Positiv ist, dass das meiste Geld in der sogenannten 1. Säule bleibt, die Junglandwirteförderung aufrechterhalten wird und die Zahlungen für die ersten 30 Hektar durchaus höher ausfallen. Der „große Wurf“ sei allerding nicht gelungen.
Anita Kaspar-Pleintinger, bedankte sich bei den Ortsbäuerinnen für die Teilnahme an Veranstaltungen, aber auch für ihren „Dienst in schwieriger Zeit“.